Welche Folgen hat der Kölner Sumpf für Bilfinger Berger?
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Nebenwerte
vom 16. Februar 2010, 17:00 Uhr
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arbeiten Sie heute, oder feiern Sie noch? Während gestern nicht nur der Karneval die Börsianer vom Traden abhielt - zusätzlich lähmten auch Feiertage in den USA, Kanada und die Neujahrswoche in China das Engagement - geht es jetzt wenigstens in einigen Teilen der Welt wieder etwas zur Sache.
Ist das olympische Edelmetall sicher vor Dieben?
Dennoch wollen wir es heute nicht übertreiben und widmen uns zuerst einem Thema, das auf den ersten Blick Staunen oder Gelächter hervorrufen kann, aber leider oft ernste Folgen nach sich zieht: dem Rohstoffklau. Dieser ist nicht neu oder gar eine deutsche Spezialität. So kommt es während Hochpreis-Phasen der Metalle regelmäßig zum Klau von Gully-Deckeln, entwendeten Bahngleisen und leer geräumten Lagern in Häfen oder Güterbahnhöfen. Sie werden Dutzende Berichte finden, wenn Sie etwas danach googeln. Hoffen wir, dass angesichts der leicht gedrückten Preise wenigstens das olympische Edelmetall sicher vor Dieben ist.
Der Kölner Sumpf zeigt neue Dimension des Themas
Doch was in den vergangenen Tagen vom Betrug am Kölner U-Bahn-Bau bekannt wurde, entwickelt eine neue Dimension. Es beschäftigt nicht nur die Karnevals-Züge in der rheinischen Hauptstadt, die in diesem Jahr nicht mehr die gewohnte Route am versunkenen Stadtarchiv vorbei nehmen konnten. Dieser Sumpf ist ein höchst brisanter Fall für die Staatsanwaltschaft. Die kriminelle Energie, mit der hier anscheinend zu Werke gegangen worden ist, hat nicht nur Menschenleben gekostet, sondern auch einige der bedeutendsten Zeugnisse der deutschen Geschichte im versunkenen Archiv zerstört.
Bereits jetzt soll sich der Schaden auf rund eine halbe Milliarde EUR belaufen. Bis zu 83% der Stahlbügel zur Stabilisation sollen fehlen ebenso wie Teile des Betons. Neue Probleme drohen, sollte es am Wochenende wie befürchtet zu einem Hochwasser des Rheins kommen. Selbst im Hintergrund des Kölner Karnevals liefen die Arbeiten auf Hochtouren, um die Baustellen zu stabilisieren und auf eine mögliche Not-Flutung vorzubereiten.
Kommen auf Bilfinger Berger Schadensersatzansprüche zu?
Der WDR berichtet heute, dass inzwischen zwei Bauleiter des zuständigen Unternehmens Bilfinger Berger AG suspendiert wurden. Und hier wird es für uns Börsianer brisant: Wenn diese Firma für Teile der noch nicht endgültig einschätzbaren Schäden haftbar gemacht werden, kann das Auswirkungen für die Aktie haben. So ist diese heute schwächster Titel im MDAX, wird unter hohem Volumen verkauft. Fällt das Unterstützungsbündel bei rund 48 EUR, zöge das zusätzlich charttechnisch motivierte Verkäufe nach sich. Einen eventuellen Short-Trade sollten Sie über 54 EUR absichern.
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