Weizen: Russland stoppt Export
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 6. August 2010, 17:00 Uhr
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weiterhin schwanken die Märkte nachrichtengetrieben wie ein Fähnlein im Winde. Die Tendenz der Aktien zeigt dabei nach oben. Doch während unser heimischer DAX und einige besonders starke Indizes, vor allem in Lateinamerika, bereits an neuen Jahreshochs kratzen, tun sich die Leitbörsen der Welt in den USA und China immer noch schwer. Zu unterschiedlich sind die marktbewegenden Neuigkeiten.
Während viele Unternehmensberichte für positive Überraschungen sorgen, wecken einige Wirtschaftsdaten immer noch Sorgen. Besonders die Immobilienmärkte und der Arbeitsmarkt stehen dabei im Fokus. Solange sich hier noch keine Entspannung abzeichnet, können die Aktien nur entlang der Mauer der Angst steigen. So zeigen viele Sentimentdaten derzeit relativ geringe Aktienquoten und eine hohe Anzahl neutraler oder sogar bearisher Investoren. Es stehen also noch viele Anleger an der Seitenlinie, die bei weiter steigenden Kursen nach und nach einsteigen werden. Nur einen größeren Einbruch darf es jetzt nicht geben, denn dann würde sich das Sentiment in die andere Richtung ergießen - heftig fallende Märkte wären das Ergebnis.
Weizen erreicht mehrjähirges Hoch
Wesentlich stärker als bei den Aktien rauschen die Agrarrohstoffe nach oben, allen voran die Preise für den Weizen. Nachdem ich Ihnen bereits Mitte Juli über die Probleme mit der Ernte in Europa berichtet hatte, zeigen die jüngsten Meldungen aus Russland eine sich immer weiter verschlimmernde Situation.Bei diesem drittgrößten Produzenten der Welt wird inzwischen mit einem Ausfall von bis zu 25% der Ernte gerechnet. Ab 15.08.2010 werden daher die Exporte eingestellt. Zudem gibt es auch aus anderen Ländern Nachrichten über Probleme, so kämpft Kanada mit Überschwemmungen. Der Preis reagierte bereits entsprechend und Weizen bildete in den vergangenen Tagen charttechnisch schon fast eine Fahnenstange aus.
Wenn Sie hier investiert hatten, sollten Sie nun den Stopp zur Gewinnsicherung eng nachziehen. Es kann zwar noch weiter nach oben gehen, falls sich die Lage weiter verschlimmert. Aber angesichts relativ voller Getreidelager ist nach der heftigen Rallye schon sehr viel Phantasie in den Kursen enthalten. Und Rallyes bei den Rohstoffen können extrem abrupt drehen! Also seien Sie vorsichtig in diesem überhitzten Markt.
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