Weizen – oder wenn die Emotionen hoch kochen!
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 10. August 2010, 20:00 Uhr
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Aktuell gibt es wohl kein besseres Paradebeispiel für hoch-emotionales Marktverhalten, als den Weizenmarkt.
Wie schnell es doch manchmal gehen kann. In der letzten Woche hatte ich mehrmals, zuletzt am Donnerstag, vor dem Beginn einer Übertreibungsphase gewarnt: "Allerdings sind die Agrarmärkte, wie die Vergangenheit lehrt, auch für schnelle starke Preisentwicklungen gut - und zwar in beide Richtungen. Spätestens wenn fundierte Ernteschätzungen für das kommende Jahr, die aktuelle heiße Nachrichtenlage wieder abmildern, kann es nach starken Preisanstiegen auch schnell wieder zu einem Rückgang kommen."
Dass es dann so schnell zu einer so starken Korrekturbewegung kommen würde, hätte zwar vorher wohl niemand mit absoluter Sicherheit sagen können, aber das Risiko wurde, je stärker die Übertreibung wurde, immer größer.
Nachdem der Preis für einen Scheffel September-Weizen an der CBOT am Freitag auf ein 2,5-Jahreshoch bei fast 8,40 US-Dollar hochgetrieben worden war, reichte offenbar ein Informations-Fünkchen, damit die Marktteilnehmer wieder zur Besinnung kamen: Russlands Premierminister Putin bekräftigte zwar am Montag noch einmal, dass der Exportstopp, beginnend am 15. August, bis zum Ende des Jahres bestünde, aber Vize-Premier Igor Shuvalov, hatte zuvor verlauten lassen, dass das Exportverbot später im Jahr noch einmal überdacht werden könnte. Sobald die Ernte abgeschlossen ist, so Shuvalov, werde die Regierung das Export-Potenzial noch einmal analysieren.
Na ja...jedenfalls die Folge: wiederum extrem, aber in die Gegenrichtung. So fiel der Kontrakt in der Folge zeitweilig bis auf unter 7 US-Dollar pro Scheffel. Im Moment scheint er um die 7 US-Dollar-Marke herum erst einmal einen Boden gefunden zu haben.
Weizen zur Lieferung im September an der CBOT in US-Cent pro Scheffel
Quelle: CFX-Trader
Nun steht jedenfalls eines fest: was den Weizenmarkt in den vergangenen Tagen wirklich trieb, waren vor allem Nervosität und Emotionen, für welche die fundamentalen Gründe nur eine Art auslösenden Funken bedeuten.
Und jetzt?! Ist nun schon wieder Ruhe eingekehrt im Weizenmarkt? Überlegen wir im 2.Teil...
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