Weizen: Dürfen wir in Grundnahrungsmittel investieren?
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 9. August 2010, 17:00 Uhr
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aufgrund eines freien Tages von Herrn Buhl lesen Sie heute wieder einmal an ungewohnter Stelle einen Beitrag von mir. Ich will den zusätzlichen Raum dazu nutzen, eine Diskussion aufzugreifen, die nur im weiteren Sinne die Nebenwerte betrifft.
Gehen Spekulationen in Grundnahrungsmittel zu Lasten hungernder Menschen?
Bevor wir damit beginnen, drucke ich Ihnen den Kommentar von Frau oder Herrn Ludovici zu meinem Beitrag vom vergangenen Freitag ab. Dieser Brief hat neben den Ereignissen der vergangenen Woche einen Anstoß für das heutige Thema gegeben. Er lautet: "Sehr geehrte Frau Knauer, ich finde es schlicht eine Sauerei,wenn man mit Grundnahrungsmittel zu Lasten hungernder Menschen spekuliert. Ich wünsche mir etwas mehr Ethik. Mfg Ludovici".
Diese schwierige Thematik erörtern wir regelmäßig sowohl in den Börsenbriefen des Investor Verlags als auch in den Dailys.
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Darf man aus ethischer Sicht überhaupt mit Rohstoffen spekulieren?
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Wenn ja, mit welchen?
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Sind dabei erzielte Gewinne verwerflich?
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Schaden Sie damit anderen Menschen?
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Was können Sie machen, um diesen Schaden in Grenzen zu halten?
Das ist eine Diskussion, die nie enden wird, so lange Menschen an der Börse spekulieren. Sie können das Thema auf die Grundnahrungsmittel beschränken oder auf jegliche Handelsposition ausweiten. In manchen Kulturen ist sogar das Verleihen von Geld bereits eine moralische Sünde. Sie können mit dem Kauf einer Aktie ohne Vorsatz einem Unternehmen Geld zur Verfügung stellen, das damit Dinge macht, welche Sie persönlich nicht tolerieren würden. Das kann Waffen betreffen, Gentechnik, Umweltverschmutzung durch Rohstoffabbau etc.
Können Sie die Tragweite jedes Investments vorher gänzlich überblicken?
Sie mögen jetzt einwenden, dass Sie sich ja vorher gründlich informieren könnten, um solchen Unternehmen bzw. Trades aus dem Wege zu gehen. Doch häufig erkennen Sie weder auf den ersten noch auf den zweiten Blick diese Problematik. Kollege Michael Vaupel hat gerade in seinem neuen LOHAS-Investor über interessante Hintergründe berichtet, wo überall Sie in dieses "Fettnäpfchen" treten können, ohne es zu wollen. Eine ausgesprochen interessante neue Publikation für nachhaltige Investments.
Wann sind Spekulationen ethisch korrekt?
Ich habe mich besonders mit dem Thema des Handelns mit Grundnahrungsmitteln immer wieder beschäftigt. Natürlich betrifft dies ständig Fragen der Ethik (übrigens habe ich neulich zufällig einen interessanten Artikel zu neuronalen Prozessen und Moral, Ethik bzw. Verbrechen in der aktuellen Ausgabe der Welt der Wunder gelesen, kann ich auch empfehlen). Gerade 2007 / 2008, als es in manchen Ländern ernsthafte Probleme bei der Versorgung mit den wichtigsten Nahrungsmitteln gab, hat mich das sehr beschäftigt. Eine solche Knappheit ist heute nicht der Fall. Bisher sind die Lager gut gefüllt. Es wird zwar Ernteausfälle geben, aber die Versorgungslage ist noch in keiner Weise gefährdet.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Heidi Kindermann (09.08. 2010 22:26 Uhr):
Sehr geehrte Frau Knauer, ich finde das Handeln mit Weizen nicht verwerflich, man dürfte dann auch keine Brauerei- oder Lebensmittelaktien kaufen. Viel verwerflicher ist die Vernichtung von Lebensmitteln, wie Tomaten in Italien, Äpfel vernichten oder den Teller am Buffet voll machen und dann stehen lassen. Mit freundlichen Grüßen H. Ki.
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