Weitere Opfer
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 07. März 2007 07:30 Uhr
ENL5462
“Die Krise der Hypotheken schlägt hohe Wogen und die Zahl der Opfer steigt”, hieß es in der New York Times.
„Heute bedroht eine eskalierende Krise des Marktes, die in der vergangenen Woche ein neues Crescendo erreicht hat, eine ganze Reihe von Menschen. Zuvorderst stehen die Armen und die Minderheit unter den Hausbesitzern, die leichte Kredite nutzten, um Häuser zu kaufen, und die sich jetzt, nachdem die Hypotheken steigen, als zu teuer für sie herausstellen. Doch die Schmerzen werden an anderen Orten in der Geschäftswelt spürbar.“
„Große Unternehmen, die die weniger kreditwürdige Schuldner während des Booms kauften, wie H&R Block und HSBC, geben sich jetzt große Mühe, sie zu verkaufen oder ihre Angriffsfläche wieder einzuschränken. Auch viele Investoren werden leiden: Die Unternehmen an der Wall Street machten Milliarden mit Gebühren, Kommissionen und Tradinggewinnen durch das Packaging und den Verkauf von minderwertigen Hypotheken als Anleihen.“
Und jetzt befasst sich der Staat mit dem Fall. New Century – ein großer Kreditgeber für kleine Kreditnehmer – wird von den Regulierern und der Bundesstaatsanwaltschaft unter die Lupe genommen. Die Bundesagenten haben gesehen, was mit Eliot Spitzers Karriere passierte, als er sich mit einigen bekannten Korruptionsfällen befasste. Und ehe man sich versah, war der Mann bei Oprah zu sehen und lebte in einem Senatorenhaus. Sie werden keine Gelegenheit auslassen.
Und abgesehen davon, wer wird für die weniger kreditwürdigen Schuldner einstehen? Die drei Gründer von New Century verkauften ihre Anteile 2004, 2005 und 2006 – und realisierten Profite von mehr als 40 Millionen, heißt es in der Times. Noch im November haben sie ihre Anteile abgestoßen – mehr als 20 Millionen allein zwischen August und November. Sie haben noch weitere Millionen aus Dividenden, Gehältern, Prämien und Vergünstigungen. Ich weiß nicht, mit wie viel sie angefangen haben, aber zuletzt hatten sie auf einen Besitz von nur 7% an der Firma reduziert.
Sie haben sich geholt, solange es noch was zu holen gab. Ende 2004 wurden die Aktien von New Century für 66 Dollar verkauft. 2006 musste man immer noch mehr als 40 Dollar für die Aktie bezahlen. Doch wenn die Anleger die Aktie im letzten Jahr noch mochten, dann sollten sie heute hellauf begeistert sein. In der vergangenen Woche hätten sie für 40 Dollar fast vier mal so viele Aktienanteile kaufen können.
Die beste Möglichkeit, beim Dotcom Boom Geld zu machen, war natürlich, keine Dotcom Aktien zu kaufen ... sondern welche an die Öffentlichkeit zu verkaufen. Genauso ist die beste Möglichkeit, bei einem Immobilienboom Geld zu machen, kein Haus zu kaufen ... und noch nicht einmal Aktien von Hypothekenfirmen zu kaufen. Viel besser steht man da, wenn man selbst ein Hypothekenunternehmen für Kleinkreditnehmer aufmacht und die Anteile an die Öffentlichkeit verkauft. Das Geheimnis ist, schnell auszusteigen ehe der Markt einbricht ... und ehe die Regierungsvertreter hinter einem her sind.
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