Weitere Materialien zu Schritt #1
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 14. Oktober 2010, 16:00 Uhr
ENL5454
gestern und vorgestern schrieb ich Ihnen zum Thema "Investmentlehrplan - Schritt #1".
Hierbei stellte ich Ihnen gestern zwei Bücher vor, die ich für diesen Schritt ganz nützlich halte.
Heute möchte ich nochmals ein wenig nachlegen und ein paar Lese- und Materialtipps zum Thema Geldsystem nachreichen; morgen geht es dann weiter mit dem zweiten Schritt, der Suche nach der eigenen Anlagestrategie.
Hintergrundwissen: Was ist eigentlich Geld und wie unser das Geldsystem aufgebaut?
Diese Fragen mögen auf den ersten Blick theoretisch und unnötig anmuten, doch genau das Gegenteil ist der Fall. Wer nicht weiß, was Geld eigentlich ist, wie dieses entsteht oder dessen Geschichte nicht kennt, wird früher oder später einmal böse überrascht werden.
Aus diesem Grund gehört ein Grundwissen in diesem Bereich aus meiner Sicht zu den notwendigen Inhalten eines "Investmentlehrplans".
Doch welche Quellen eignen sich hierfür?
Viele Bücher zu dem Thema sind unnötig reißerisch, teils zu konspirativ, zu unsachlich oder haben gar ihre eigene fragwürdige politische Agenda, die versucht wird, dem Leser zu verkaufen.
Als Investor interessiert zunächst nicht, welche Hintermänner welche Fäden ziehen, sondern es interessiert der eigentliche Prozess der Geldentstehung und die sich daraus ergebenden Folgen für die eigenen Investmententscheidungen.
Einen aus meiner Sicht sehr guten und sehenswerten, ca. 30-minütigen Vortrag, in dem auch auf das Thema Geldproduktion eingegangen wird, bietet der amerikanische Analyst Mike Maloney. Maloney war im September auf einer russischen Bankerkonferenz in Sotschi und fand dort sehr deutliche Worte. Der Vortrag ist leider auf Englisch, aber m.E. mit ein wenig Basiskenntnis der Sprache durchaus in den wichtigsten Zügen verständlich. Hier sind die Links (aufgeteilt in zwei Teile)
Mike Maloney Vortrag in Sotschi (Teil 1)
Maloney geht in seinem Vortrag auch darauf ein, was er meint, was die nächsten Jahre auf die Welt zukommt.
Die Ethik der Geldproduktion
Ein m.E. sehr gutes Buch, was auch über die Frage der reinen Funktionsweise des Geldsystems hinaus geht, ist Hülsmanns "Die Ethik der Geldproduktion".
Guido Hülsmann ist Professor für Volkswirtschaft an der Universität von Angers (Frankreich) und Senior Fellow am Mises Institute in Auburn (Alabama, USA).
In seinem Buch geht Hülsmann der Frage nach, welche Ethik eigentlich hinter der heutigen Geldproduktion und dem heutigen Bankwesen steht bzw. welche Ethik sich aus ihr ergibt.
Die Ethik der Geldproduktion ist in drei Blöcke aufgeteilt. Im ersten Teil setzt sich Hülsmann mit der Geldproduktion im freien Markt auseinander und behandelt zahlreiche Argumente, die für eine staatliche Geldproduktion eintreten.
Im zweiten Teil erscheint dann der Staat bei der Analyse der Inflation. Dabei werden besonders die Folgen der Inflation und der Dynamik von staatlichen Eingriffen in das Geld- und Bankwesen behandelt. Hülsmann zeigt hierbei auch auf, dass das staatliche Geldmonopol ethisch nicht zu rechtfertigen ist.
Der letzte Teil des Buches schließt das Werk mit einer Geschichte der monetären System von 1871 bis zum heutige Tage ab.
Ich halte das Buch für sehr interessant und für jeden, der sich für Geldtheorie interessiert, mehr als empfehlenswert.
Fazit: Es gibt natürlich noch zahlreiche weitere Literatur...
die interessant zu lesen ist, was dieses Thema angeht. Sehr bekannt ist z.B. auch das Buch "Die Kreatur von Jekyll Island", welches sich mit der amerikanischen Notenbank FED auseinandersetzt (in einigen Punkten etwas streitbar, daher keine "Muss-Empfehlung" von mir). Wer sich die "volle Packung" geben möchte, kann sich z.B. auch Mises "Theorie des Geldes und der Umlaufmittel" oder zahlreiche andere Werke zu Gemüte führen.
Doch letztlich soll das Thema "Geldsystem" hier als Grundwissen betrachtet werden, um zum eigentlichen Ziel, nämlich dem Investieren, zu gelangen.
Aus diesem Grund belasse ich es für heute bei den hier genannten Titeln und werde morgen mit Schritt #2 fortfahren.
Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Nachmittag.
Beste Grüße
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Dr Wolfgang Strauß (15.10. 2010 17:40 Uhr):
Ich fand es schade, dass in dem Beitrag von Herrn Hahn das Buch "Die Kreatur von Jekyll Island" nur andeutungsweise kritisiert wird, ohne genaueres zu sagen. Auch ich hab mich bei einigen Darstellungen im Buch gefragt, ob das wirklich alles so historisch gesichert ist, was da steht. Gibt es dazu irgendwo eine umfassende fundierte Kritik?
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