Weiter defensiv bleiben
Martin Weiss in Kapitalschutz Akte zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 2. Januar 2012, 07:30 Uhr
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Was für ein Börsenjahr 2011! Der deutsche Leitindex verlor in einem hochvolatilen und turbulenten Umfeld im Jahresvergleich 14,7 Prozent. Der Endstand lag bei 5898 Zählern.
Zwischenzeitlich notierte das Leitbarometer im Herbst 2011 gar unter 5000 Punkten. Es hätte also durchaus schlimmer kommen können. Knüppeldick kam es allerdings für die Anteilseigner der Commerzbank. Hier betrug das Minus im Jahresvergleich unglaubliche 70,7 Prozent. Die Aktie kostet nur mehr 1,30 Euro.
Kursgemetzel bei den Nebenwerten
Extrem heftig erwischte es bei den Nebenwerten insbesondere die Solaraktien. Hier stach die Q-Cells-Aktie mit einem Absturz von fast 80 Prozent negativ heraus. Das Papier notiert mittlerweile bei 0,52 Euro. Zum Vergleich, am Ende des Jahres 2007 lag der Q-Cells-Aktienkurs bei fast 100 Euro. Ebenfalls beachtlich der Kurssturz beim einstigen Highflyer Aixtron. Hier betrug das Minus fast zwei Drittel.
Europäische Blue Chips auf Talfahrt
Mit Blick auf den Blue-Chip-Index der Eurozone war für 2011 ein Verlust von gut 17 Prozent zu vermelden. Die größten Verlierer mit fast 60 Prozent waren die Papiere der beiden Großbanken Societe Generale und Unicredit; gefolgt vom finnischen Handybauer Nokia, dessen Aktie um gut 52 Prozent einbrach. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass sowohl bei den deutschen wie auch bei den europäischen Standardwerten zwei relativ defensive Pharmawerte im Krisenjahr 2011 an der Spitze lagen. Nämlich die Merck- bzw. die Sanofi-Aktie.
Zyperns Aktienmarkt Top-Verlierer
Weltweit stach allerdings Zyperns Aktienmarkt als Top-Verlierer heraus. Der Aktienindex der Mittelmeerinsel kollabierte um sage und schreibe 71,6 Prozent. Der griechische Leitindex kam dagegen nur" 53,4 Prozent unter die Räder; Fakt ist aber, dass griechische Aktien vom Hoch im Herbst 2007 mittlerweile fast 80 Prozent verloren.
Blick nach Amerika
Erstaunlich positiv schlug sich indes der Dow Jones Industrial Average, der im Jahresvergleich 5,5 Prozent zulegen konnte. Der marktbreite S&P 500 beendete das Jahr dagegen unverändert; der technologielastige Nasdaq-Composite verlor knapp zwei Prozent. Top-Performer war bei den US-Standardwerten die McDonald`s Aktie; größter Verlierer das Papier der Bank of America.
Gewinner des Jahres 2011
Die Top-Investments (abgesehen von mongolischen oder venezolanischen Aktien) waren indes deutsche Bundesanleihen, US-Staatsanleihen und Gold. Auf Euro-Basis konnten die Kurse zehnjähriger deutscher Bundesanleihen um 13,7 Prozent zulegen; bei den zehnjährigen US-Staatsanleihen gab es einen Kursgewinn auf Dollar-Basis in Höhe von 17 Prozent. Auf Dollar-Basis stieg der Goldpreis 2011 gut zehn Prozent; trotz des Rücksetzers zum Jahresende hin lagen Investoren, die in Euro kalkulieren, mit ihrem Gold-Investment mit 13,7 Prozent vorn.
Abschließend sei mit Blick auf das Neue Jahr 2012 vielleicht noch erwähnt, dass es äußerst ratsam ist, weiter extrem defensiv zu bleiben. Welt-Überschuldungs- und Bankenkrise, drohende Welt-Rezession, möglicher Kollaps der Euro-Zone, mögliche geopolitische Eskalation (Stichwort Iran) seien nur als Beispiele für die historisch einmaligen Risiken genannt.
Insofern hat Vermögensschutz nach wie vor oberste Priorität!
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