Weil nicht sein kann, was nicht sein darf?
Claus Vogt in Investors Daily
vom 2. September 2010, 18:00 Uhr
ENL5462
Man kann jederzeit bullishe und bearishe Argumente finden. Folglich gibt es auch immer Bullen und Bären sowie widerstreitende Meinungen und Prognosen an der Börse. So muss es sein; denn wenn es anders wäre, könnte es natürlich keine Märkte geben.
Weil nicht sein kann, was nicht sein darf?
Zwei schnell aufeinander folgende Rezessionen werden in den USA als "Double Dip" bezeichnet. Historisch gesehen sind "Double Dips" sehr selten. Lediglich Anfang der 1980er Jahre sah sich Amerika mit dieser unschönen Entwicklung konfrontiert. Prompt hört man seitens der Bullen das Argument, dass es aufgrund dieser Seltenheit unvernünftig sei, mit einem "Double Dip" zu rechnen.
Weil es in der Vergangenheit selten dazu kam, soll es also unwahrscheinlich sein.
Gerade bei volkswirtschaftlichen Zusammenhängen weiß ich Simplizität in der Analyse durchaus zu schätzen. Aber diese Argumentation ist mir dann doch ein bisschen zu simpel. Sie lässt die Besonderheiten des aktuellen Zyklus außer Acht. Damit basiert sie auf der - insbesondere von der US-Notenbank favorisierten - Sichtweise, dass der aktuelle Wirtschaftszyklus dem in der Nachkriegszeit typischen Muster folge. Gerade an dieser Stelle bin ich jedoch ganz anderer Meinung.
Wie sich die Argumente gleichen
Die Argumentation der Bullen erinnert mich auf fatale Weise an den Umgang der Greenspans und Bernankes dieser Welt mit den Menschen, die in den Jahren 2005 bis 2008 vor dem Platzen der Immobilienblase gewarnt hatten. Auch damals wurde die Entwicklung der Immobilienpreise während der Nachkriegszeit als angeblich schlagendes Argument gegen eine Baisse dieses Sektors ins Feld geführt. Wie diese Geschichte ausging, wissen Sie ...
Einen ähnlichen Ausgang befürchte ich jetzt bei der "Double Dip"-Diskussion. Allerdings glaube ich, dass die gesamte Zeit - von dem auf Dezember 2007 datierten Beginn der Rezession bis zum Ende der sich bereits abzeichnenden Abwärtswelle - später als eine einzige große Krise
in die Geschichte eingehen wird.
Herzlichst
Ihr Claus Vogt
Chefredakteur Sicheres Geld, Deutschland
P.S.: Für Gold als ultimative Krisenwährung sprechen nicht nur historische Argumente.
Hinweis: Sicheres Geld ist der exklusive Börsendienst, der Ihr Vermögen zuverlässig schützt. Martin Weiss und Claus Vogt, die beiden Chefredakteure von Sicheres Geld warnten ihre Leser in den letzten Jahren gleich dreimal vor den gefährlichen Krisen, die die deutschen und amerikanischen Aktienmärkte kurz darauf in die Tiefe reißen sollten:
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beim Zusammenbruch der Technologiewerte
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bei den skandalösen Bilanzbetrügereien sowie
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bei den Manipulationen der Börsenhändler und Analysten
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