Weihnachtsgeschichte
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 24. Dezember 2009, 12:00 Uhr
ENL5454
Weihnachten - dazu hatte ich letztes Jahr „eine kleine Geschichte" gebracht. Ich finde, die passt auch diesmal ganz gut, deshalb noch mal:
Eine kleine Geschichte
Dieser Weihnachtsgast ist ein Mann namens Ruster. Ehedem ein fescher Musikus, der auf anderer Leute Kosten ein kommodes Leben geführt hat. Nun aber, im Alter, hat der Branntwein seinen Charme so gut wie ausgelöscht. Im Norden Schwedens zieht er müde von einem Gutshof zum anderen und verdingt sich als Gelegenheitsarbeiter. Früher überall gern gesehen, fällt er nur noch zur Last. Mitte Dezember kommt er zu Liljecrona, einem Gutsherren und Freund aus alten Tagen. Der gibt ihm eine leichte Arbeit. Doch Rusters Erscheinen bedrückt die Stimmung der Hausherrin: Sie hat sich so viel Mühe mit der Vorbereitung des Weihnachtsfestes gemacht. Der Gedanke, der Trunkenbold könne über die Festtage in ihrem Haus bleiben, ruft bei ihr deutliches Missfallen hervor. Entsprechend abweisend und ungeduldig verhält sie sich.
Als aber Ruster, dem das nicht verborgen bleibt, zwei Tage vor Weihnachten aufbrechen will, spürt die Gutsherrin: Sie hat den einstigen Freund durch ihre Ungeduld gekränkt. Sie bittet ihn, zu bleiben und auf ihre beiden kleinen Kinder aufzupassen, deren Lebhaftigkeit sie bei den letzten Weihnachsvorbereitungen störe. Zwischen den Kindern und Ruster entwickelt sich eine Freundschaft und Ruster wird von den Gutsherren als Hauslehrer der beiden Nachkömmlinge engagiert. Auf die Trink-Leidenschaft angesprochen, antwortet die Mutter: Der Herrgott wagte es auch, seinen Sohn unter uns Sünder zu setzen.
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von elisabeth helbich (25.12. 2009 10:47 Uhr):
wie wahr,wie wahr.... danke für ihre immer wieder wunderbaren geschichten und treffenden "wahrheiten". frohes fest elisabeth helbich
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