Wehe, wehe, wehe...
Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 06. Dezember 2007 07:30 Uhr
ENL5454
ja, liebe Leserin, lieber Leser, wehe, wehe, wehe, wenn ich das Ende sehe. Das habe ich mir in der Endphase meiner Studienzeit, mitten in der Euphorie der sog. „new economy“ auch gedacht. An der Börse ist das „Ende“ dann ja auch für den Neuen Markt bzw. die Technologie-Blase gekommen.
Bedrohliche Fehlentwicklungen
Um diese spekulativen Exzesse ging es mir aber wirklich nicht. Viel mehr Sorge bereite(te)n mir das stetige Wachstum des Schulden-Himalayas unseres Staates, die ernüchternde demographische Entwicklung im Zusammenwirken mit einer immer schneller voranschreitenden Globalisierung. Auf die diversen anderen „Krisenherde“ wie den Bürokratie-Wahnsinn in unseren Breiten sei da nur beiläufig hingewiesen.
Kassandrarufe oder „Perlen vor die Säue werfen“?
Zunächst erntete ich für meine düsteren Vorahnungen im Freundes- und Bekanntenkreis nur ein müdes Lächeln. Einige Zeitgenossen hatten nicht mal ein müdes Lächeln übrig. Nicht einmal ignorieren, war die Devise. Ob Sie heute noch so lächeln? Ich weiß es offen gestanden nicht, obgleich ich es ihnen persönlich von Herzen gönne. Eher zufällig kam es dann dazu, dass ich im Jahr 2002 auf den Börsenbrief „Sicheres Geld“ gestoßen bin, für den ich seither im Hintergrund der deutschen Redaktion tätig bin.
Klartext statt Schönrederei
Nun ist mir die Ehre zuteil geworden, Sie, werte Leserin, werter Leser, in der Kapitalschutz Akte zweimal wöchentlich durch unsere turbulenten Zeiten zu begleiten. Ohne Zweifel ist es keine leicht verdauliche Kost.
Besonders am Herzen liegt mir Klartext zu schreiben. Dennoch habe ich mir extra vorgenommen, bisweilen die Dinge – falls möglich - diplomatisch zu verpacken. Fast hätte ich ja „verbriefen“ gesagt. Falls dies mir das ein oder andere Mal nicht ganz gelingen mag, bitte ich vorab schon um Verzeihung.
Äußerungen der deutschen Bundeskanzlerin
Offen zugegeben ist es mir (privat) in jüngster Vergangenheit nicht wirklich gelungen, diplomatisch zu bleiben. „Inflation ist eine der perfidesten Formen der Enteignung der kleinen Sparer“, so Frau Dr. Merkel im Kontext mit der Veröffentlichung der jüngsten Inflationsdaten. Ein Schelm, wer nun denkt, dass die Mehrwertsteuererhöhung (von 16 auf 19 Prozent, also 18,75 Prozent!!!) vom Himmel gefallen ist und die Bundesregierung unter der Kanzlerin Merkel völlig unbeteiligt war. Frau Dr. Merkel schweigt beredt, indem Sie nicht gesteht, dass der (überschuldete) Staat nicht nur Inflationsmacher, sondern auch DER Inflationsprofiteur schlechthin ist.
Warnung vor dem Abschwung
Wenige Tage später nun warnt die Kanzlerin, die konjunkturellen Risiken zu unterschätzen. Zwar sei weiten Teilen der Politik die Gefahr des Abschwungs bekannt, „aber die Augen würden davor verschlossen“. Vielleicht merkt man ja in Berlin mittlerweile, dass die Steuerquellen nicht mehr so dynamisch sprudeln. Vielleicht gibt es auch Verantwortliche, die die Augen vor dem Umsatzrückgang im Einzelhandel nicht verschließen. Und das mitten im „Aufschwung“!
Wahrlich nicht auszudenken, wenn sich die Nachfrage aus Asien oder die Wirtschaftslage in den USA „ändert“, wie es Frau Dr. Merkel zu formulieren pflegt. Ja, bewusst wählt sie das Wort „ändert“. Wenn sie ehrlicherweise „verschlechtert“ sagen würde, könnte ja evtl. ein Bürger aus dem Aufschwungschlaf aufgeweckt werden. Ich hoffe, Sie sind hellwach!