Weg mit Wulff oder weg mit Medienschlacht?
Cindy Bach in Insider Daily
vom 6. Januar 2012, 14:30 Uhr
ENL5454
Mein Leser Hans P. meint:
"Man hat den Eindruck, dass die derzeitige Kampagne gegen Wulff nicht aus dürftigen sachlichen Vorwürfen mündet, sondern ihn aus einem anderen Grunde um sein Amt zittern lassen soll: Wulff muss im Januar den staatsrechtlich problematischen, wenn nicht verfassungswidrigen Vertrag zur Abgabe der Finanzsouveränität, den EFM, unterschreiben, der schon jetzt als 'zweiter Ermächtigungsvertrag' in den Publikationen diskutiert wird. Die Berater von Wulff haben ihm wohl abgeraten. Wulff ist im Gegensatz zu Köhler Jurist und weiß um die Problematik von Unterschriften unter möglicherweise verfassungswidrige Verträge. Köhler hatte erst nach der Unterschrift Bedenken und Scham, Wulff schon vorher. Soll er jetzt durch diese Angriffe unterschriftsreif geschossen werden? Immerhin könnte ein als Jurist denkender und aufrechter Wulff seine Unterschrift unter den EFM-Vertrag verweigern und vor Unterschrift zurücktreten, statt erst nachher. Dann hätte die Kampagne über die privaten Kleinkariertheiten immer noch Ablenkungscharakter für den viel wichtigern Rücktrittsgrund seiner Verfassungsbedenken. Tritt er aber nicht zurück und unterschreibt er, hätte die Kampagne ihm rechtzeitig vorher die nötige Lehre erteilt, dass man der internationalen Finanzindustrie und der Europakommission nicht widersprechen darf."
Im Kommentar von Robers Hans Joachim ist zu lesen:
"Es ist schon mehr als bedauerlich, dass es den deutschen Parteien egal ist, das wir, die Bürger der BRD, nicht den bestmöglichen Repräsentanten erhalten. Ich halte nicht viel von der SPD. (Eigentlich von keiner Partei mehr viel.) Doch eines muss man der SPD guthalten. Herr Dr. h.c. Gauck wäre für mich die Idealperson gewesen, welche das deutsche Volk nach Innen, wie nach außen am Besten vertreten hätte. Ich habe selten, bis gar nicht eine solche Persönlichkeit in den letzten Jahren anlässlich eines Vortrages kennen lernen dürfen. Nicht nur diese Biografie kann und konnte ein Herr Wulff doch niemals vorweisen. Man muss manchmal auch Toleranz leben dürfen, aber soviel Ungeschick und Unbedarftheit schadet der Position des Bundespräsidenten. Nun haben wir die Scherben auf dem Boden liegen. Aber niemand will sie aufsammeln. Diese Scherben kosten nicht nur Ansehen, sondern auch viel Geld, wenn Herr Wulff seine Kündigung erhält. 200.000,- Euro + Auto + Sekretärin + Arbeitszimmer + Sonstiges. Das sind locker 400.000,- Euro/Jahr, lebenslang, welche woanders fehlen. Mir fehlt er nicht. Es ist aber schade für das viele Geld. Vielleicht klappts ja doch noch mit Herrn Joachim Gauck. Das wäre ja mal ein froher Beginn im wohl nicht so viel gutes versprechendes Jahr 2012. "
Kommentar von Riffel:
"Sehr geehrte Frau Bach, offensichtlich sind Sie, wie Ihre Berufskollegen von der schreibenden Zunft, die einzigen fehlerfreien Menschen in diesem Lande. Sonst könnten Sie nicht Urteil sprechen über Andere, deren Sachverhalt ja eben nur von 'der schreibenden Zunft' dargestellt wird bzw. wurde. Bevor ich mich zu solch schweren Vorwürfen hinreißen lasse würde ich folgende Fargen geklärt haben wollen: 1. Sind alle Vorwürfe rechtlich und von unabhäniger Stelle geprüft? 2. Ist durch sein Verhalten Schaden für die Allgemeinheit entstanden? 3. Wer steckt wirklich hinter diesen Aktivitäten und wer verschafft sich durch die Vorwürfe Vorteile? Ich bin als Demokrat selbstverständlich für Pressefreiheit. Freiheit bedeutet jedoch auch Verantwortung. Verantwortung findet man bei den Medien z. Z. immer weniger. Vielmehr meine ich dass die medialen Akteure noch schlimmer geldgierig sind, als die bereits im Verruf befindlichen Banker. Dazu kommt der Machtmißbrauch der Medien, die mittlerweile dadurch unsere Wirtschaft und unser Land regieren. Kein Manager und kein Politiker erlaubt sich ein Wort gegen die Medien zusagen, denn das wäre sein Todesurteil. Die Konsequenz daraus kann deshalb nur lauten: Der Bundespräsident und sämtliche führenden politischen Ämter müssten mit den so fleckenlosen Redakteuren besetzt werden. Dann hätten wir wahrscheinlich den Himmel auf Erden, oder bald überall nur noch Chaos."
Leser Mayer schreibt:
"Danke, Frau Bach. Sie sprechen mir aus dem Herzen. Christian Wulff hatte offensichtlich nie ein Gefühl für die Verantwortung, die ein Politiker in hohen Ämtern dem Volk gegenüber hat. Er hat sich geradezu als Schnorrer erwiesen, dann als Lügner, und als Schlimmstes als Dummkopf, als er sich mit der Presse anlegte. Und jetzt biedert er sich dem braven (wie er hofft) Volk an. Nein, in einem Land mit so einem Präsidenten möchte ich lieber nicht leben. Aber rausekeln lasse ich mich auch nicht."