Wasser-einer der wichtigsten Rohstoffe unserer Zeit
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 07. Februar 2008 20:45 Uhr
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Liebe Leser,
Wie Sie sicher bereits bemerkt haben, habe ich diese Woche für mich im Rohstoff-Daily unter das Motto „Agrarrohstoffe“ gestellt. Dies liegt natürlich nur zu einem gewissen Teil daran, dass mich gerade das Anlagethema Agrarrohstoffe äußerst fasziniert. Wenn Sie schon länger ein RS-Daily-Leser sind, dann kennen Sie meine Vorliebe für Weizen und Co. ja schon länger. Doch einen wesentlich höheren Anteil an meiner Entscheidung diese Woche über Agrarrohstoffe und alles was dazu gehört zu sprechen entfällt auf den Umstand dass das Thema inzwischen immer stärker auch in den Fokus der Anleger gerückt ist. Und dies nicht ohne Grund. Meiner Meinung nach gehören Agrarrohstoffe mit zu den stärksten Anlagethemen dieses Jahres.
Doch wie gesagt, wer eine Anlage in Agrarrohstoffe bedenkt, sollte ruhig auch über den Tellerrand der reinen Produzenten hinaus blicken. Denn von diesem Thema profitieren noch eine Menge anderer Sektoren, seien es die Düngemittelproduzenten, Landmaschinenhersteller oder auch die Wasserversorger. Deshalb widme ich mich zum Abschluss der Agrarrohstoff-Woche heute noch dem Thema Wasser.
Wasser ist aufgrund knapper werdender Ressourcen einer der wichtigsten Rohstoffe unserer Zeit und für das Überleben der Menschheit der wichtigste aller Rohstoffe.
Aus diesem Grund möchte ich mich heute noch einmal ausführlicher der Thematik widmen und ebenfalls darauf eingehen, in welcher Weise überhaupt in den Rohstoff Wasser investiert werden kann.
Weltweite Wasserversorgung schwierig
Vor allem in den Entwicklungsländern ist Wasser so knapp, dass nur die wenigsten Menschen dort überhaupt Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Die Entwicklung ist erschreckend. In den letzten 100 Jahren hat sich der Wasserverbrauch versiebenfacht, die verfügbare Süßwassermenge hat sich allein seit 1970 um 40 Prozent verringert. Heute gibt es rund 6 Milliarden Menschen von denen rund 1 Milliarde keinen Zugang zu sauberem Wasser besitzt und jährlich so wird jedenfalls von der UN geschätzt, sterben rund 4 Millionen Menschen durch den Kontakt mit verschmutzten Trinkwasser.
Wasserverschwendung in der Energieindustrie
Auch bei der Gewinnung von konventioneller Energie wird immer mehr Wasser benötigt.
Interessant finde ich hier die zunehmende Ölsandgewinnung in Kanada. Kanada besitzt zwar die zweithöchsten Öl- respektive Ölsandreserven weltweit, gleich hinter Saudi Arabien. Aber die Gewinnung von Rohöl aus Ölsand verbraucht je gefördertem Barrel die zwei bis fünffache Wassermenge.
Auch zur Produktion des Alternativtreibstoffs Ethanol wird die dreifache Wassermenge der Ethanolproduktion benötigt und dabei wird noch nicht einmal der Wasserverbrauch für die zusätzlich notwendige Getreideproduktion berücksichtigt. Für 1 Tonne Getreide werden immerhin 1000 Tonnen Wasser benötigt.
Die Agrarindustrie hat weltweit den höchsten Wasserverbrauch
Interessant finde ich, dass der Wasserverbrauch der Privathaushalte in der Gesamtstatistik kaum eine Rolle spielt. 70 Prozent des Wassers werden in der Agrarindustrie durch Bewässerung verbraucht. Weitere 20 Prozent kommen in der Industrie zum Einsatz und lediglich 10 Prozent wird von den Privathaushalten verbraucht. Wasser sparen hilft dementsprechend sehr gering. Entscheidender ist es den Wasserverlust, der bis zum Verbrauch durch undichte Leitungen verloren geht, durch eine ausreichende Infrastruktur zu begrenzen.
Wasserpreise
In den vergangenen 20 Jahren sind die Preise für Wasser pro Jahre mit durchschnittlich 6 % gestiegen, auf etwa 1,30 US-Dollar pro Tonne im weltweiten Durchschnitt. In China dagegen kostet eine Tonne Wasser nur etwa 0,26 US-Dollar. Noch, möchte ich da sagen! Denn auch China hat nach der enormen Verschmutzung der Flüsse, mit dem Ergebnis extremer Einbußen an Trinkwasser die Notwendigkeit schnellen Handels erkannt und will bis zum Jahr 2010 rund 40% seines Abwassers reinigen.
Allein der China Faktor ist ein Indikator für zwingend steigende Wasserpreise.
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