Sven Weisenhaus handelt seit mehr als 10 Jahren Aktien, Zertifikate und inzwischen hauptsächlich CFDs. Im Wave Daily dreht es sich meist um Elliot Wellen.
Sven Weisenhaus in Wave Daily
vom
Die US-amerikanische Industrieproduktion ist im April um 1,1 % gestiegen. Erwartet wurde ein Anstieg im Bereich 0,4 bis 0,4 %.

(Quelle: Markt-Daten.de) US-Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung
Ganz offensichtlich handelt es sich um einen beeindruckenden Anstieg, der fast ein wenig überraschend kommt.
Auch die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter sind in den USA im April überraschend um 0,2 % gestiegen. Die Erwartungen lagen nur im Bereich von -1,5 bis 0,3 %. Im Vormonat waren die Auftragseingänge bei den langlebigen Wirtschaftsgütern noch um 3,7 % (revidiert von -4,2 %) zurückgegangen.

(Quelle: Markt-Daten.de) US-Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter
Diese Komponente war zuletzt recht volatil und ein Anstieg um 0,2 % ist nicht wirklich berauschend und deutet in Summe eher auf einen Abwärtstrend hin. Dies bleibt jedoch abzuwarten und ein Anstieg bleibt ein Anstieg.
Allerdings sind die Industrieaufträge im April um 0,6 % gefallen. Erwartet wurde eine Veränderung im Bereich von -0,1 bis 0,3 %. Im Vormonat waren die Industrieaufträge bereits um 2,1 % (revidiert von -1,9 %) gesunken.

(Quelle: Markt-Daten.de) Industrieaufträge in den USA
Die US-Industrie zeigt gemischte Daten, die sich unterschiedlich interpretieren lassen.
Positiv: Wirft man einen Blick auf die Charts, so zeigen sich selbst im negativen Bereich Anstiege (Industrieaufträge). Sowohl in der Industrieproduktion als auch die Auftragseingänge für langlebige Güter konnten zulegen.
Negativ: Dagegen sanken aber die Industrieaufträge und ein Rückgang ist ein Rückgang.
Man kann also auch den Daten zur US-Industrie keine verwertbaren Informationen zur Zukunft der USA entnehmen. Vielleicht zeigen uns die Stimmungsindikatoren den Weg. Dazu aber morgen mehr.
Ich wünsche Ihnen einen erholsamen Feiertag
Sven Weisenhaus
- Kommentar von Alf Griese
Sehr geehrter Herr Weisenhaus, auch Ihren heutigen Beitrag fand ich sehr gut. Ich möchte aber auf Ihre Dax-Analyse mittels Elliott-Wave vom 11.5.2012 zurück kommen. Dort erläutern Sie, dass Welle 4 nicht den Kursbereich von Welle 1 verletzen darf. Sie hatten daraufhin die Elliott-Zählung des Dax Chart korrigiert. Mitlerweile ist der Dax weiter gefallen. Er hat jetzt sowohl Welle 1 als auch die unterwelle i verletzt. Ich frage mich jetzt, wie ist der Dax jetzt nach Elliott zu zählen. Zu diesem Zweck habe ich in dem Buch "Elliot-Wave-Finanzmarktanalyse" von Werner H. Heussinger auf Seite 59 und 60 nachgeschaut. Dort steht: Wenn man eine Gerade vom Anfangspunkt der Welle 1 durch den Endpunkt von Welle 2 zieht, dann darf die Verlängerung dieser Linie von der nachfolgenden Marktbewegung nicht durchbrochen werden. Für eine Gerade durch Welle 2 und 4 gilt dasselbe. Wenn das richtige Elliott-Kriterien sind, dann müsste die ursprüngliche Well 3 im Dax-Chart nun Welle 1 werden. Sehen Sie das ähnlich, oder lassen Sie die Zusatzkriterien von Herrn H. Heussinger nicht gelten ? Ihre Antwort würde mich sehr interressieren. Es grüßt herzlich Alf. Griese
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus:
Guten Tag, Herr Griese! - - - Herr Heussinger beschreibt dort eine Methode, die mir so bei den Elliott-Wellen noch nicht begegnet ist. Es gibt viele Analysten, die die Elliott-Wellen noch weiterentwickelt haben. Was man davon halten kann, muss man selbst in der Praxis erproben. - - - Was Herr Heussinger dort beschreibt ist in meinen Augen schlicht und ergreifend ein Aufwärtstrend nach der klassischen Charttechnik. Denn auch bei einem klassichen Aufwärtstrend wird ja vom Beginn eines Trends (Anfang Welle 1) eine Gerade an das nächste Tief gelegt (Ende der Welle 2) und diese dann verlängert. Diese Linie sollte dann natürlich auch nicht von der Welle 4 unterschritten werden. - - - Für mich hat eine solche Trendgerade aber nichts mit den Elliott-Wellen ansich zu tun. Herr Heussinger beschreibt in meinen Augen einfach nur eine Kombination von den Elliott-Wellen mit dem Aufwärtstrend der klassischen Charttechnik. Das ist nicht gerade eine neue Erkenntnis. - - - Wichtig für mich ist an Ihrer Frage aber noch, wie die Überschneidung der Wellen 1 und 4 im DAX nun zu werten ist. Da kann ich im Moment leider nur auf das langfristige Szenario vom 8. Mai (http://www.investor-verlag.de/uebergeordnetes-dax-szenario-noch-intakt/113131042/) verweisen und auf den kurzfristigen Abwärtstrend (http://www.investor-verlag.de/charttechnik-auch-im-dax-vielversprechend/113133392/). Bei den Elliott-Wellen muss man nun zunächst abwarten, denn es scheint so, als würde der DAX im Rahmen des langfristigen aufsteigenden Dreiecks eine komplexe Korrekturformation in der Welle D oder E ausbilden. - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus