Was sollte man tun?

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Wer auf Gold setzt, der setzt auch darauf, dass die Autoritäten mit der Vielzahl der aktuellen Probleme nicht klarkommen werden. Nehmen wir Europa. Der Bailout" von Irland beruhigt die Märkte keineswegs. Die Risikoaufschläge für italienische und belgische Anleihen sind gestiegen, als der Ausverkauf sich nicht mehr nur auf Irland, Portugal und Spanien beschränkte, sondern Bedenken größer wurden, dass die Krise das ganze System gefährden könnte.



Die Krise intensiviert sich und sie wird schlimmer", so Nick Matthews von der RBS. Anleihenkäufe der Europäischen Zentralbank sind die letzte wirksame Waffe. Sie muss noch deutlich aggressiver handeln."

Währenddessen ist die öffentliche Stimmung in Irland genauso düster wie der Monat Dezember. Die irischen Wähler drohen, die Rettungsboote nicht zu wollen, stattdessen die Banker über Bord werfen zu wollen. Der Telegraph" berichtet: Laut einer Umfrage ist die Mehrheit der irischen Wähler dafür, die irischen Banken Pleite gehen zu lassen. Die öffentliche Wut erhöht das politische Risiko", dass eine neu gewählte Regierung nicht mehr zum bedingungslosen bailout" für die Banken stehen wird.

Premier Brian Cowen sagte, dass es keine andere Option geben würde. Wir sind kein verantwortungsloses Land", sagte er, und fügte hinzu, dass Brüssel jede Idee eines haircuts" verworfen habe. Die irischen Minister sagen hinter vorgehaltener Hand, dass Irland die Position halten soll, damit es nicht zu einem Europa weiten Run auf die Banken" kommt.


Die Kredite, die Irland von EU und IWF erhalten wird, müssen mit 5,8% verzinst werden - das könnte zu hoch sein, als dass Irland seinen Weg aus der Schuldenfalle schafft. Die Zinszahlungen werden 2014 ein Viertel der gesamten Staatseinnahmen erreichen. Moodys sagt, der durchschnittliche Anteil der Zinszahlungen an den Staatseinnahmen lag im Fall von Staatspleiten bei 22%.

Wenn Irland unter seiner Schuldenlast zusammenbricht, dann werden das auch andere. Und dann wird der Euro kollabieren. Und wenn der Euro geht...dann auch der Welthandel. Und wenn der Welthandel kollabiert, dann auch der US-Aktienmarkt und die US-Wirtschaft.


Und bedenken Sie, das ist nur ein Risiko. Es gibt mehrere.

Also, was sollte man tun?

Das ist einfach. Bei Rückschlägen Gold kaufen. Und Aktien in steigende Kurse hinein verkaufen. Keine Sorgen machen. Glücklich sein.


von
Bill Bonner
Bill Bonner

Bill Bonner ist einer der anerkanntesten Finanzexperten der USA und Bestseller-Autor. Bei uns schreibt er regelmäßig im Börsen-Newsletter Kapitalschutz Akte.


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Kommentar von Franz Steinbauer

Sie sind dem Kern des Problems schon sehr nahe gekommen, Herr Bonner. Es geht nicht um Irland, Griechenland oder sonst irgendeinen PIIGS-Staat. Es geht um das europäische Bankensystem. Dieses ist bankrott und soll noch eine Runde weitergetragen werden. Die bankrotten Bankster lassen ihre gekauften Polithampelmänner tanzen. Die Bailouts häufen sich und am Schluß wird von der EZB monetisiert, dass Heli-Ben seine Freude daran hätte. Es wurde und wird viel Aufwand getrieben, um etwas Zeit zu gewinnen. Die dem "System" verbleibende Zeit läuft nun ab und 2011 spätestens 2012 wird das Ende der Fahnenstange erreicht werden. Dann kommt die Stunde der Wahrheit und die Abrechnung mit den Finanzeliten und ihren politischen Marionetten.

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Antwort von Peter Harting:

Die Wahrscheinlichkeit, dass Herr Bonner die hier geäußerten Kommentare übersetzt bekommt geschweige denn liest, ist so gering, wie das Erreichen irgendwelcher Lösungen durch Rettungspakete. Da Sie mir schon einmal freundlicherweise geantwortet haben: Was soll man tun, wenn die Banken auch bei uns pleite gehen. Die auf deren Konten überwiesenen Zahlungen, Renten etc. kämen ja dann in die Konkursmasse und wir könnten unsere Mieten und Stromrechnungen etc. dennoch weiter bezahlen? Eon würde weiter liefern, aus Menschenfreundlichkeit und der Vermieter uns bemitleiden und auf bessere Zeiten hoffen oder sich mit geschossenen Wildschweinen, so man welche hat, zufrieden geben? Ist es dieses Szenario, auf das die Iren setzen, wenn sie die Bankster pleite gehen lassen wollen?

Antwort von Franz Steinbauer:

Sehr geehrter Harting, wie bei jedem Konkurs können Sie Forderungen an die Masse richten und werden dann aus der Konkursmasse mit einer entsprechenden Quote bedient. Beim aktuellen Stand der Dinge werden Sie vermutlich kaum mehr Bares sehen. Sie können sich aber damit trösten, dass Sie danach möglicherweise Anteilseigner der Bank sind.