Was sind das für neu geschaffene Stellen in den USA?
Bill Bonner in Investors Daily
vom 11. März 2005 18:00 Uhr
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Da sich Herr Steffens auf dem Weg nach München befindet, um an der Rohstoffkonferenz teilzunehmen, fällt sein Beitrag heute aus. Folgend der heutige Beitrag von Bill Bonner.
Alles sprießt, das will ich nicht bestreiten. Es wird Frühling. In England und Frankreich schmilzt der Schnee.
Die Aktienkurse sind hoch, die Immobilienpreise sind hoch, sogar die Beschäftigung ist (in den USA und Ostasien) hoch.
Aber was ist das? Was sind das für neue Jobs? Und warum verdienen die Leute durch sie nicht mehr Geld? Nach einer Rezession steigt normalerweise die Beschäftigung und damit auch die Einkommen. Diese "Erholung" ist jetzt schon 39 Monate alt. Sie hat nicht so viele Arbeitsplätze geschaffen, wie ich erwartetet habe. Und die jüngsten Zahlen zeigen, dass auch die, die geschaffen wurden, nicht besonders gut sind.
Die am schnellsten wachsenden Berufsfelder sind: Verwaltung, Gesundheitswesen, Bauwesen, Immobilien und Gastronomie. Das heißt, viele dieser neuen Jobs dienen dazu, Leuten Häuser zu bauen und ihnen das Essen auf den Tisch zu stellen. Fast alle haben etwas mit Konsum zu tun, und praktisch keiner scheint in der Lage zu sein, etwas gegen das amerikanische Handelsdefizit zu tun. Auch werden diese Stellen Amerika nicht aus seinem Schuldenloch helfen. Ganz im Gegenteil, es sieht so aus, als sei ganz Amerika angestellt worden, dieses Loch noch tiefer zu graben.
Im Januar sind die Verbraucherschulden doppelt so schnell gestiegen wie erwartet. Um 11,5 Milliarden auf eine Gesamtsumme von 2,12 Billionen Dollar. Die Haushalte leihen Geld, um den Schein zu wahren, denn ihre Einkommen können mit den Konsumambitionen nicht mehr mithalten. Obwohl es 2004 nach einem Anstieg der Beschäftigungsrate aussah, waren die Gehälter nicht höher, als auf dem Höhepunkt der Rezession im November 2001.
In der Zwischenzeit steigen die Kosten. Alles, was nicht in China hergestellt oder in Indien erledigt werden kann, steigt im Preis. Jeder, der sein Geld mit der Herstellung von Geräten und anderem Spielzeug verdient, hat in den nächsten dreißig bis vierzig Jahren keine signifikanten Lohnerhöhungen zu erwarten, denn er steht im Wettbewerb mit drei Milliarden asiatischen Arbeitern. Die Asiaten treiben die Preise in den Keller und nicht hoch. Sogar Büroangestellte bekommen den Lohnwettbewerb zu spüren. Immer mehr Steuerformulare werden in Indien bearbeitet, Inder erstellen Architekturpläne, regeln den Papierkram bei Versicherungen und führen Kundenbüros. So haben auch Angestellte nicht mit Lohnsteigerungen zu rechnen.
Die Einkommen stagnieren im günstigsten Fall, aber selbst dann werden die Lebenshaltungskosten immer noch steigen. Öl liegt bei 54 Dollar pro Barrel. In einem Pressebeitrag wird geschätzt, dass die Preise für Benzin an der Zapfsäule in diesem Sommer bei ca. 2,15 Dollar pro Gallone liegen werden. Gold liegt wieder bei 441 Dollar. Fast alle Rohstoffe steigen steil an , mit Kupfer auf einem 20jährigen Rekordwert. Der Dollar – das ist kein Zufall – fällt. Heute Morgen hat ein Euro 1,34 Dollar gekostet. Ein einfaches Haus in La Jolla in Kalifornien kostet eine Million davon.
Aber der Dreck fliegt uns weiter nur so um die Ohren, weil Millionen von Verbrauchern immer tiefer graben. Und noch nie hat der Boden so locker nachgegeben. Ein CNN Report berichtet, dass 42 % der Leute, die ihr erstes Haus kaufen, kein Eigenkapital beisteuern. Bei mehr als 70 % liegt der Eigenanteil unter 10 %. Und die Hypothekenindustrie kommt mit immer neuen Tricks, nach der Art des "minimum payment"-Plans, der wie eine Grabenfräse auf den Verbraucher wirkt. Die monatlichen Zahlungen des Kreditnehmers sind so gering, dass sie noch nicht einmal die Zinsen abdecken. Sein Kredit steigt, ohne dass er etwas dafür tun müsste.
Bringen Sie die Spitzhacken und die Bagger. Der gesamte Verbraucherkredit beträgt 305 % des Bruttoinlandsprodukts. Ein größeres Loch wurde noch nie gegraben. Und doch wird es immer noch jeden Tag größer.