Was sind CDS eigentlich genau und wie funktionieren sie?
Jürgen Nowacki in Investoren Wissen
vom 25. Mai 2011, 16:00 Uhr
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Seit Ausbruch der Staatsfinanzkrise in Europa vergeht kaum ein Tag, an dem nicht über CDS-Prämien geschrieben und gesprochen wird. Handelt es sich hierbei um eine neue Wortschöpfung ähnlich den PIIGS, einem Akronym für die Schuldenländer Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien, das schnell in unserem Sprachschatz heimisch geworden ist?
Finanzprodukte am OTC-Markt
Ein Grund dafür, warum wir bei einer zunehmenden Anzahl von Finanzprodukten lediglich ahnen, worin ihre Funktion und Daseinsberechtigung besteht, liegt darin, dass diese Instrumente nicht mehr an regulierten Börsenplätzen gehandelt werden, sondern außerbörslich im Telefonverkehr. Bei diesem außerbörslichen Handel, der auch als OTC-Handel (Over the Counter) bezeichnet wird, haben wir es nicht etwa mit einer Grauzone am Kapitalmarkt zu tun, sondern mit einer Vielzahl von verbrieften Geschäftsmodellen, die oftmals nur institutionellen Investoren zugänglich sind. Eine bekannte Ausnahme von dieser Regel stellt der CFD-Markt (Contract für Difference) dar, der von der Börse München und ihrer Handelsplattform Contrex derzeitig vom OTC-Markt in den privatkundenfreundlichen und transparenten öffentlichen Börsenhandel überführt werden soll.
Credit Default Swaps für Fondsmanager und Spekulanten
An diesem OTC-Markt, der auch Interbankenmarkt genannt wird, tummeln sich vorwiegend Investmentbroker, die mit CDS-Produkten handeln. CDS steht für Credit Default Swap und bezeichnet Papiere, die gegen Kreditausfälle absichern sollen, wie der Name Credit Default (Kreditausfall) schon aussagt. Nun wissen wir von Risikoversicherungen, dass wenn das Risiko steigt, beispielsweise Haus und Hof durch Unwetter wie Hagel oder Überschwemmungen zu verlieren, die Versicherungsprämien nach oben angepasst werden. Das führt zu der landläufigen Meinung, dass Schäden gut für das Geschäft sind, weil sonst niemand mehr Versicherungen abschließen würde. Hat sich die Versicherungsgesellschaft verkalkuliert und die Schäden sind so sprunghaft angestiegen, dass die Gesellschaft Verluste macht, so wird die Versicherungsprämie für zukünftige Verträge nach oben angepasst. Ein Vorgang, den wir auch aus dem privaten Lebensbereich kennen.
Sparer oder Anleger schützen ihren privaten Besitz gegen Verlust durch Zerstörung oder Diebstahl ab. Manchmal geschieht das auch nicht ganz freiwillig, wenn die Anschaffung zum Beispiel durch Kredit finanziert wurde und die Kredit gewährende Bank ein Wörtchen mitzureden hat.
Zum zweiten Teil von: Staatliche Bonitätsrisiken als Wegbereiter der CDS