Was möglich wäre – Teil 2
James Howard Kunstler in Traders Daily
vom 7. August 2008, 12:00 Uhr
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In der Zwischenzeit werden sich die ausländischen Besitzer dieser heruntergekommenen Dollars zwar nicht beeilen, zum Rücknahmefenster zu gelangen, aber sie werden ihre Dollars mit Sicherheit dazu nutzen, jeden möglichen zukünftigen Ölkontrakt auf Gottes nicht mehr ganz so grüner Erde so schnell wie möglich zu kaufen.
Sie wären blöd, wenn sie es nicht täten. Das würde für die glücklich motorisierten Amerikaner die Benzinpreise auf über 5 Dollar für eine Gallone hochtreiben, oder vielleicht sogar auf mehr als 10 Dollar. (In diesem Fall müssten wir uns von den Fluggesellschaften verabschieden. In der Tat müssen wir uns von einigen Dingen der amerikanischen Wirtschaft verabschieden, den gepriesenen Einzelhandelssektor mit eingeschlossen, der angeblich 70 Prozent des ganzen Systems ausmacht.)
Wenn Fannie und Freddie auf dem Wüstenboden dem Sterben überlassen werden, dann müssen wir uns vom Immobilienmarkt verabschieden, von den meisten Investmentbanken, von zahllosen Regionalbanken, den Rentenkonten nahezu jeden Amerikaners, von der finanziellen Leistungsfähigkeit der Regierungen aller fünfzig Staaten und alltägliche all ihrer Kommunen - und sehr wahrscheinlich von unserem aktuellen Begriff des globalen Bankensystems.
Dieser Prozess ist nun wirklich außer Kontrolle geraten. Das Endergebnis ist der Gesamtbankrott der Vereinigten Staaten. Die Republikanische Partei unter George Bush wird als die Partei in die Geschichte eingehen, die Amerika zunichte machte. So schmerzhaft das auch sein mag, sollten die Amerikaner schnell zu einem neuen Traum finden.
Und es sollte besser ein Traum sein, der darauf basiert, wie der Lauf des Universums wirklich funktioniert, und das sollte basieren auf ernsthaftem Bemühen und Aufrichtigkeit und nicht nur auf dem Versuch basieren etwas für nichts zu bekommen und sich die Sterne zu wünschen. Wir sollten symbolisch damit beginnen, indem wir Las Vegas evakuieren und an diesem Ort einen Luftangriff starten - um die neue Anpassung unserer Lebenshaltung an die Realität zu belegen.
Danach müssen wir uns an die Arbeit machen und die alltäglichen Gewohnheiten wieder aufnehmen, auch die Art und Weise auf welche wir unsere Lebensmittel anbauen, die Art und Weise auf die wir Kapital aufbringen und einsetzen, die Art und Weise auf die wir handeln und Dinge herstellen, die Art und Weise auf die wir von Punkt A zu Punkt B gelangen, die Art und Weise auf die wir unsere Kinder erziehen, die Art und Weise auf die wir gesund bleiben und die Art und Weise auf die wir die Landschaft gestalten. Ich weiß, das klingt nach viel, vielleicht zu viel. Aber wir haben keine andere Wahl, wenn wir eine mögliche Zukunft in diesem Teil des Nordamerikanischen Kontinents wollen.
Sicherlich wird davon wahrscheinlich nichts geschehen. Stattdessen werden wir, noch dazu unter den schlimmsten wirtschaftlichen Bedingungen, die man sich vorstellen kann, eine Kampagne starten, um Dinge zu aufrecht zu halten, die sich gar nicht mehr aufrecht halten lassen und Dinge zu Unterstützen, die sich nicht unterstützen lassen - d.h., den Status Quo zu verteidigen und sich so zu verhalten, wie wir es gewohnt sind, egal ob etwas gerettet werden kann oder nicht. Sicherlich würde das eine fatale Vergeudung unserer schwindenden Ressourcen sein, aber in Geschichte scheint so der letzte Akt in dem Melodram jedes geschwächten, schwankenden Reiches zu verlaufen.
Das Ergebnis dieses Prozesses wird sehr bald der soziale Zusammenbruch und die politische Aufruhr sein. Jeder Tattoo-Freak da draußen, der sich auf seine Starrolle in einer Art Armageddon in Comicform vorbereitet, wird schließlich seine Chance bekommen zu glänzen.
Viele Menschen werden davon betroffen sein und hungern. Eigentum wird oft auf eine sehr rüpelhafte Art und Weise in andere Hände wechseln. Und am Ende dieses Prozesses wird ein amerikanischer Diktator vielleicht darauf warten, es für alles und jeden wieder zu richten.