Was man über Kaffee wissen sollte!
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 29. März 2010, 20:00 Uhr
ENL5454
Kaffee - das zweitwichtigste Handelsprodukt
Ja es stimmt, liebe Leser, Kaffee ist nach Erdöl tatsächlich das weltweit zweitwichtigste Handelsprodukt. Denn Kaffee ist nach Wasser das am häufigsten konsumierte Getränk der Welt. Der Anbau verschafft weltweit rund 125 Millionen Menschen Arbeit.
Die ursprünglich aus Äthiopien stammende Pflanze wird heute in vielen Staaten der südlichen Hemisphäre angebaut. Tatsächlich produzieren 10 Staaten etwa 78,4 % der weltweiten Kaffeeproduktion.
Hierzu gehören der weltweit größte Kaffeeproduzent Brasilien, gefolgt von Vietnam, Kolumbien und Indonesien, ebenso wie das Ursprungsland des Kaffees Äthiopien an siebter Stelle.
Es gibt bis zu fünf verschiedene nennenswerte Kaffeesorten (Biologen unterscheiden offenbar bis zu 24 verschiedener Sorten), doch an den Terminbörsen werden lediglich die beiden Sorten Arabica und Robusta gehandelt.
1. Der Arabica Kaffee (Hochlandkaffee) :
Diese Sorte wird vor allem in Mittel - und Südamerika angebaut. Sie gilt als milder und schmackhafter, aus diesem Grund wird sie in der Regel mit einem Preisaufschlag gehandelt.
Von der Arabica Sorte existieren weltweit etwa zweieinhalbmal so viele Pflanzen als solche von der Robusta Sorte. Weltweit entstammen etwa 60 % der erzeugten Kaffeemenge den Arabica Bohnen.
Arabica wird in Lateinamerika (vor allem in Brasilien), Ostafrika, Indien und Papua Neuguinea angebaut.
Arabica Kaffee wird an der ICE US/New York Board of Trade gehandelt.
2. Der Robusta Kaffee (Tieflandkaffee):
Der Sorte Robusta wird gegenüber Arabica eine minderwertige Qualität nachgesagt, da sie deutlich bitterer im Geschmack ist. Tatsächlich enthält Robusta einfach einen höheren Grad an Koffein, wird aber von den Farmern dennoch wegen seiner Hitzebeständigkeit und robusten Natur geschätzt.
Die Robusta Bohnen werden deshalb meist für Instant Kaffee und Espresso genutzt.
Robusta wird meist in niedrigeren Höhenlagen angebaut. Weltweit entstammen etwa 36 % der erzeugten Kaffeemenge den Robustabohnen.
Robusta wird vorwiegend in Afrika (Westafrika /Uganda) und Südostasien (Vietnam / Indonesien) angebaut. Zu einem wesentlich geringeren Teil auch in Südamerika.
Robusta Kaffee wird seit dem Jahr 2000 an der Londoner Euronext/Liffe gehandelt.
Diese beiden Sorten zusammen liefern etwa 98 % der weltweit erzeugten Gesamtkaffeemenge.
Die größten Kaffeeimporteure sind die USA, Deutschland, Japan und Italien.
Die größten Kaffeeproduzenten...
...sind Brasilien (Arabica und Robusta; größter Arabica-Produzent), Vietnam (größter Robusta-Produzent), Kolumbien (weltweit zweitgrößter Arabica-Produzent) und Indonesien (weltweit zweitgrößter Robusta-Produzent).
Anbau und Ernte
Kaffee wird meist einmal pro Jahr geerntet, in tropischen Gebieten kann es auch zu zwei Blüten pro Jahr kommen. Kaffeekirschen brauchen allerdings sehr lange bis sie ihren Reifezustand erreicht haben. Bei Arabica-Kaffee beträgt die Zeit zwischen Befruchtung und Reife der Frucht 6 bis 8 Monate, bei Robusta sind es sogar 9 bis 11 Monate. Einige Spezialsorten brauchen sogar 12 bis 14 Monate.
Nördlich des Äquators liegt die Erntezeit zwischen September und Dezember, südlich des Äquators wird zwischen April und August geerntet. In Anbaugebieten um den Äquator ist im Grund das ganze Jahr über eine Ernte möglich. Die Erntezeit dauert sehr lange - bis zu 12 Wochen, da in der Regel nicht alle Kirschen gleichzeitig reif werden. Das bedeutet einen enormen Aufwand an Arbeitskräften. Doch selbst wenn alle Früchte zur gleich Zeit reifen, ist der finanzielle Aufwand hoch, denn eine Kaffeekirsche wird nach 10 bis 14 Tagen nach der optimalen Reife überreif.
Nach der 12 Wochen dauernden Ernte müssen die Kaffeekirschen aufbereitet werden. Robusta, sowie brasilianischer und äthiopischer Arabica müssen zunächst 3 bis 5 Wochen lang getrocknet werden. Dann folgt der Schälgang bei dem die Umhüllungen der Kaffeebohne entfernt werden (also Fruchtfleisch, Pergamenthülle und Silberhäutchen). Dann erfolgt eine ganze Reihe an Reinigungs- und Sortiervorgängen wo die Kaffeebohnen schließlich qualifiziert werden. Dann erst können sie in Säcke abgefüllt und zu den Röstereien abtransportiert werden.
Sie sehen also, Kaffee-Anbau und -Ernte ist ein finanziell und an Zeit aufwändiges Verfahren, welches honoriert gehört!
Saison-Tipp
Zum Abschluss habe ich noch einen alten Saisonalitäts-Tipp für Sie: beachten Sie die Gefahr von Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Vor allem in Brasilien, dem größten Kaffee-Produzenten der Welt. Wenn es also während des brasilianischen Winters (Vorsicht, südliche Hemisphäre! Also während unseres Frühlings/Sommers..) zu Frost in den Anbaugebieten kommt, kann sich das sogar über Jahre auf die Erträge auswirken.
So long liebe Leser...das war es mal wieder für heute....ich wünsche Ihnen noch einen gemütlichen Abend und für morgen früh so eine richtig schöne heiße Tasse guten Arabica (oder Robusta)-Kaffees...bis morgen
Ihre Miriam Kraus
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Schaarschmidt (30.03. 2010 11:10 Uhr):
Der Beitrag war für mich sehr informativ. Danke
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