Was macht eigentlich der Energiesektor?
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 4. Mai 2010, 16:00 Uhr
ENL5454
im Vorausgriff auf den zweiten Beitrag der heutigen Ausgabe möchte ich heute einmal einen technischen Blick auf den Energiesektor werfen.
Hierzu ziehe ich wieder einmal den Bullisch-Prozent-Index (kurz: BPI) für den Energiesektor heran.
Zur Erinnerung: Ein BPI wird berechnet, indem Sie alle Aktien des Sektors nehmen und die Anzahl der Aktien des Sektors, welche auf einem P&F-Kaufsignal steht, durch die Gesamtanzahl teilen. Das Ergebnis wird, um schönere Zahlen zu erhalten, mit 100 multipliziert.
BPIs geben ein Maß an, um feststellen zu können, wie hoch das Risiko eines Sektors bzw. wie überkauft/überverkauft dieser ist.
Um einen BPI vernünftig zu interpretieren, ist es unabdingbar, ein wenig auf die Historie des Index zu sehen, da jedes "Universum" an Wertpapieren ein Eigenleben hat und somit sich auch gerade im Sektorenbereich die einzelnen BPIs recht stark in ihrem Verhalten unterscheiden können.
Eine ganz gute Methode, die sich für den Energiesektor BPI anbietet, ist der Kauf von Energieaktien, wenn der BPI unter die 10-Punkte-Marke fällt (der Sektor damit also sehr stark überverkauft ist). Natürlich ist auch das keine Garantie für Gewinne, doch haben Sie in der Regel auf derartigen Levels eine deutlich bessere Chance, vernünftige Einstiege in Energieaktien zu finden, als bei höheren BPI-Ständen.
Gerade der Energiesektor ist oft sehr volatil und natürlich sollten Sie die Volatilität bei Trades in diesem Bereich auf Ihrer Seite haben.
Werfen wir also einmal einen Blick auf den Chart:
Abb.: Aktueller P&F-Chart des Energiesektor BPIs
Wie Sie sehen können, beträgt der aktuelle Stand ca. 65 Punkte. Damit ist der Sektor schon ganz gut gelaufen, aber noch nicht in der roten Zone. Auch scheint der Index aktuell etwas zu schwächeln. Engagements wäre hier prinzipiell noch denkbar, sollten jedoch mit einer gewissen Vorsicht und guter Einzeltitelauswahl bzw. engeren Stop Loss Marken erfolgen.
Generell gilt: Je höher der BPI eines Sektors steht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Überraschungen im Sektor nach unten verlaufen und nicht nach oben.
Beste Grüße
P.S.:
Anbei habe ich noch eine interessante Mini-Umfrage des Verlags mit einer Gewinnverlosung für Sie. Wir würden uns über rege Teilnahme Ihrerseits sehr freuen.
P.P.S.:
Die Währungskrisen-Serie setze ich am Donnerstag fort.
