Was macht eigentlich das Britische Pfund?
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 11. Februar 2010, 16:00 Uhr
ENL5462
in den letzten Wochen ist es vergleichsweise still geworden um die Währung der Briten. Ein idealer Zeitpunkt, das „Pfund Sterling“ in der technischen Analyse (gegenüber dem US-Dollar) einmal näher zu betrachten.
Im Jahr 2008 ähnelte die Kursentwicklung des GBP einem Flugzeug mit Strömungsabriss: Innerhalb von 6 Monaten verlor das Pfund gegenüber dem US-Dollar in der Spitze ca. 30% an Wert. Seit den Tiefs Anfang 2009 konnte sich das GBP (mehr schlecht als recht) wieder einigermaßen erholen. Es reichte zumindest, um im Monats-MACD ein Kaufsignal zu generieren. Doch bei der Marke von 1.70 stockte die Erholung von GBPUSD und es bildete sich eine mehrmonatige Konsolidierungszone.
Abb.: Monatschart des Britischen Pfunds gegenüber dem US-Dollar (GBPUSD)
Auch die bärische Widerstandslinie (BRL) konnte das Pfund (dargestellt durch den US-Währungs-ETF "FXB") im P&F-Chart nicht überwinden.
Ignorieren Sie bitte die kleinere BRL. Diese wurde von stockcharts.com automatisch eingezeichnet (wohl ein Programmierfehler auf der Seite) und ist definitiv falsch. Somit darf die bullische Unterstützungslinie ebenfalls „ad acta“ gelegt werden.
Wie Sie dem Chart sehr schön entnehmen können, hat sich eine bärische Formation bestehend aus fallenden Tops und fallenden Böden gebildet. Das Angebot ist derzeit „am Ball und bestimmt das Spiel".
Abb.: P&F-Chart des Britischen Pfunds gegenüber dem US-Dollar (GBPUSD)
Im Wochenchart wird deutlich, dass mit dem Kursverlauf der vorigen Woche das Pfund aus der Konsolidierungszone nach unten durchgebrochen ist. Auch der Wochen-RSI hat seinen Trendkanal verlassen. Der MACD markiert bereits seit September ein Verkaufsignal.
Abb.: Wochenchart des Britischen Pfunds gegenüber dem US Dollar (GBPUSD)
Der Tageschart zeigt mit der Höhe des MACDs (-1,5) und des RSI (knapp über 30) eine kurzfristige Überverkauftheit des Pfunds an. Auch hat der GBPUSD-Wechselkurs die untere Begrenzung des Trendkanals erreicht.
Abb.: Tageschart des Britischen Pfunds gegenüber dem US-Dollar (GBPUSD)
Als Shortseller sollten Sie m.E. deshalb noch etwas warten, bevor Sie die „königliche Währung" ins Visier nehmen und Gordon Brown für sein Gelddrucken durch den Leerverkauf der Währung „abstrafen“.
Fundamental lässt sich die Situation des GBP m.E. ganz gut mit einer Toilettenpapier-Analogie anschaulich beschreiben. Im Supermarkt gibt es ja die verschiedensten Sorten (einlagig bis dreilagig, besonders weich oder rauh, trocken, feucht, etc.)
Wenn wir dies auf die Papierwährungen übertragen, so wäre das GBP wohl die Low-Budget-Variante der verfügbaren Produkte und könnte als das einlagige, extra dünne und leicht einreißende, besonders rauhe und trockene Billigpapier beschrieben werden...
Beste Grüße
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