Was lange währt, wird endlich wahr: Chinesen dürfen in H-Shares investieren
Daniela Knauer in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 15. Mai 2007 08:30 Uhr
ENL5454
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
in den letzten Tagen und Wochen tut sich relativ unbemerkt von der Öffentlichkeit einiges an den Börsen von China und Hongkong. China hat seit gestern seine Vorschriften für Aktienanlagen im Ausland gelockert. Nun dürfen chinesische Banken und ausgewählte Fonds (sogenannte Qualified Domestic Institutional Investors) auch in chinesische Aktien, die an der Börse Hongkong gelistet sind - die sogenannten H-Shares - investieren. Bisher standen Ihnen nur die Inlandsaktien, die A-Shares offen, die dank des Spekulationseifers der Chinesen aber inzwischen deutlich teurer bewertet sind als die vergleichbaren H-Shares.
H-Shares in der Anlegergunst
Gleich am ersten Tag des Handels gab es in Hongkong extrem hohe Umsätze bei den Aktien chinesischer Unternehmen. Der Index der H-Aktien stieg um 5,36%, während der Hang Seng nur um 2,5%, die A-Aktien sogar nur um 1% steigen konnten. Auf diesen Moment hatten viele Anleger seit langem gewartet, denn die Bewertungsunterschiede liegen inzwischen bei bis zu 50%.
Die Frage ist allerdings, wie sehr sich dieses zusätzliche Volumen langfristig auswirkt, denn China hat das Investitionsvolumen strikt begrenzt. So dürfen die Fonds maximal die Hälfte ihres Anlagevolumens in Aktien erwerben, die im Ausland notiert sind.
Mittelzuflüsse lassen Hongkong-Dollar steigen
Zumindest im Hongkong-Dollar (HKD) waren heute die Geldströme nicht zu übersehen. Diese sonst meist recht unauffällige Währung machte gegenüber dem US-Dollar einen gewaltigen Satz. Durch die nun nach Hongkong strömenden chinesischen Spargelder gewinnt der HKD neue Stärke.