Was jetzt zu tun ist
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 1. Dezember 2008, 07:30 Uhr
ENL5454
Bislang waren die Bemühungen der Zentralbank vergebens. Aber ich habe nur geringen Zweifel, dass sie irgendwann dahinter kommen werden. Wenn es etwas gibt, das die Regierungsvertreter tun können, dann ist es, die Geldmenge aufzupumpen. Ben Bernanke setzt dafür seinen Ruf aufs Spiel.
Und hier ist Thomas L. Friedman, der erklärt, was nötig ist:
Ein massives Anreizprogramm, um die Infrastruktur zu verbessern und Stellen zu schaffen, eine breit gefasste Initiative für die Hausbesitzer, um die Zwangsvollstreckungen einzuschränken und die Hauspreise zu stabilisieren und dafür Hypothekenanlagen, mehr Kapital für die Bilanzbögen der Banken und was am wichtigsten ist, eine gewaltige Injektion von Optimismus und Zuversicht..."
Friedman ist die Stimme der Massen, aber die Intellektuellen stimmen zu. Bloomberg berichtet:
Man sollte alles Menschenmögliche tun, wenn man vor der Bedrohung eines deflationären Zusammenbruchs der Wirtschaft steht' sagt Michael Feroli, einstiger Vertreter der Zentralbank, der heute ein Wirtschaftler bei JPMorgan Chase&Co. in New York ist. Er sieht voraus, dass die Zentralbank den Tagesgeldzinssatz im Januar auf Null senken wird und ihn dort ein Jahr lang halten wird."
Der Zentralbankvorsitzende Ben S. Bernanke und der Finanzminister Henry Paulson sind gezwungen, alle Register zu ziehen, weil die außerordentlichen Maßnahmen, die sie bislang ergriffen haben, noch nicht ausreichten, um eine Wirkung zu erzielen. Der Kreditmarkt bricht in sich zusammen, die Aktienkurse stürzen und die Weltwirtschaft versinkt in einer Rezession."
Der größte Fehler, den Obama jetzt machen könnte", sagt ein Wirtschaftswissenschaftler aus Yale, Jeffrey Garten, wäre zu denken, dass dieses Problem kleiner ist, als es in Wirklichkeit ist. Andererseits besteht eine wesentlich geringere Gefahr darin, zu überschätzen, was notwendig sein wird, um das Problem zu lösen."
Ja... dann lauft mal los und irrt euch auf dieser Seite... Warum auch nicht? Ihr habt euch auf der anderen Seite doch auch schon vertan. D.h. hinsichtlich der Weite und des Ausmaßes mit dem man über das Thema nachgedacht hat - zumindest auf Seiten derer, die nie verstanden haben, was das Problem ist... und die jetzt anbieten, es zu lösen.
Und es war einer dieser Experten, an die sich Obama gewendet hat, um ihn als Finanzminister einzusetzen - Timothy Geithner. Er ist ein weiterer Hank Paulson. Anders als Hank, hat er nicht an der Wall Street gearbeitet. Stattdessen sollte er ein Auge auf die Wall Street halten - als Vorsitzender der New Yorker Zentralbank. Er war im Zimmer", als die ganzen Rettungspläne und Krisen kamen, sagte ein Wall Street Profi. AIG; Bear Stearns, Lehman, Citigroup - er war bei allen dabei. Und er hat mindestens durch ein Schlüsselloch geblickt, als die Wall Street ihre wilde Party gefeiert hat. Er sah, wie die Geschäfte unterzeichnet wurden... die Fremdverschuldung... die Aufkäufe bei Private Equity... das Durcheinander bei den subprime-Krediten.... die Prämien.
Ich kann mich an kein einziges Wort der Warnung erinnern. Aber er ist schließlich auch noch ein junger Mann... vielleicht wird er ja etwas lernen.
Aber ich habe den ziemlich starken Verdacht, dass er nicht am Finanzministerium anfängt, weil er etwas für seine Bildung tun will... sondern eher, weil er eine Rolle in einer sich entwickelnden Tragödie spielen will. Er soll die Korrektur aufhalten. Und anstatt seinen Text sorgfältig zu prüfen, um festzustellen, ob er wirklich Sinn ergibt... wird er die Rede halten, die man ihm gegeben hat. Anreize", wird er sagen. Rettet die Arbeitsplätze... rettet die Häuser... verhindert eine Finanzkrise." Er hat diese Worte schon vorher gehört. Er wird sie wieder sagen. Und warum auch nicht? Fast jeder will sie hören. Und sie wollen alle eine Rettung. Fast jeder will gerettet werden. Und fast jeder will sich drücken, wenn der Geldeintreiber kommt... und den Henker aufhalten.
Wir müssen alle unsere Rollen spielen, liebe Leser. Wir sind alle Truthähne... und warten auf die Axt.