Was jemand wirklich verdient
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 13. August 2010, 07:30 Uhr
ENL5462
Ein Leser schrieb mir:
Ich bin verwirrt. Als ein Leser, der vollkommen auf seine Kosten kommt, hege ich eine unqualifizierte Bewunderung für ihre Reflektionen über den Stand der Dinge in der Welt und in ihrem Haushalt und auch für ihre Gedanken zum Stand der Dinge, was das amerikanische Imperium anbelangt."
Ich habe aber so meine Schwierigkeiten Ihre Erwartung, dass der Dollar fallen wird, in Einklang zu bringen mit der von Ihnen oft wiederholten These, dass die Menschen (ganz besonders die Anleger) nicht bekommen, was sie erwarten, sondern was sie verdient haben. In Ihren Kommentaren werden wir oft an die tugendhaften, hart arbeitenden und vor allem sparsamen Asiaten erinnert, die da drüben irgendwo für niedrigste Löhne schuften, so dass wir billiger unseren Krempel bei Wal-Mart kaufen können. Sie nehmen dann die Erlöse unserer Einkäufe und verleihen diese wieder an uns, damit wir diesen Zyklus wiederholen können. Oder einen Krieg anfangen können. Es gibt auch oft Hinweise auf einen Abstieg des Dollars als unabwendbare Konsequenz einer Nation von Verschwendern die sämtlich über ihre Verhältnisse leben."
Und hier kommt nun meine Frage: Ist es das, was die asiatischen Sparer verdient haben? Dass all ihre Investitionen, die Früchte ihrer harten Arbeit, verschwinden sollen, wenn der Dollar den Abgang macht? Und was ist mit den Kreditnehmern? Wenn ich Millionen von den Chinesen leihe und damit meine eigenen Konsum finanziere, wofür ich nicht viel mehr tun muss, als einen Hypothekenantrag auszufüllen, sollte ich dann nicht in Wirklichkeit derjenige sein, der einen Mangel erleidet. Hätte ich wirklich verdient, dass sich meine Verbindlichkeiten letzten Endes reduzieren werden, während ich weiterhin die protzige Villa genießen kann, die ich von den Krediten gekauft habe?"
Entweder der Dollar fällt, in diesem Fall bekommt niemand das, was er verdient, oder er fällt nicht, in welchem Fall jeder kriegt, was auf ihn zukommt. Doch sieht es in Ihren Kommentaren immer so aus, als stünde ein Abstieg des Dollars schon im Vorhinein fest."
Es scheint mir, dass die fallenden Hauspreise in Kombination mit Verbindlichkeiten, die nicht durch einen fallenden Dollar reduziert werden, viel eher die Portion Lebertran darstellt, die nötig ist, damit wir kriegen, was wir verdienen."
Es ist nicht an mir zu entscheiden, was jemand wirklich verdient. Dennoch, wenn ich mich nach poetischer Gerechtigkeit in der modernen Finanzwelt umsehe, dann sehe ich das gleiche Reimmuster, dass auch mein Leser sieht. Es wäre zu leicht für die Amerikaner, ihren Schulden durch eine Inflation zu entkommen. Deshalb habe ich auch immer eher eine Phase mit einem Konjunkturrückgang à la Japan vorausgesehen... mit fallenden Preisen und steigenden Konkurszahlen... ehe eine Inflation à la Argentinien alle leer ausgehen lässt.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Axel Ringholz (13.08. 2010 09:51 Uhr):
Guten Tag zum US-$ Die USA wollen ja mit aller Gewalt die führende Wirtschaftsmacht bleiben. Dazu sind alle Mittel recht (Kriege, inszenierte Anschläge, etc) Nun macht China aber den USA diesen Rang streitig (und die Inder werden wohl auch bald aufschließen). China ist aber wohl auch der größte Gläubiger der USA... wäre es da nicht denkbar, dass eine Abwertung des US-$, oder sogar eine Währungsreform, die amerikanischen Staatsanleihen wertlos machen soll? viele Grüße und weiter so. Ich lese Ihre Email sehr gerne und kann es morgens kaum erwarten, bis sie in meinem Postfach ist. DANKE
Antworten - Kommentar von Götz Bading (14.08. 2010 15:09 Uhr):
Die vernünftigen ökonomischen Betrachtungen können uns also nicht sagen, was die Amerikaner (die ich übrigens mag) nach all ihrer verantwortungslosen Schuldenmacherei seit 1971 (dem eigentlichen Termin für ihren Staatsbankrott) "verdienen". Das verwundert nicht, denn die Ökonomie ist keine exakte Wissenschaft. Vielleicht ist da aussagekräftiger, welche Qualität von Einfluß Amerika auf die Welt insgesamt (als sog. Hegemon, aber auch de facto als Leben- und Kulturzerstörer) ausgeübt hat... Dazu müßte man allerdings nicht die New York Times oder andere moralisch derangierte Medien gelesen haben. Wer also informiert ist über die multiplen Konsequenzen des US-amerikanischen Einflusses weltweit, der sollte schon wissen, was diese Nation "verdient" hat. Nicht daß ich es ihr wünschen würde (denn ich sehe die Einzelschicksale); aber ich bin mir sicher, daß es unabwendbar sein und kommen wird.
Antworten - Kommentar von Ralf Banna (15.08. 2010 10:48 Uhr):
Hallo Bill, hier ist wieder der Rebell aus dem Landkreis des kontrollierten Wahnsinns, Starnberg. Zur Zeit kursiert ein Video auf den Internetseiten der Verschwörungs-theoretiker, wonach Zbigniew Brzezinski bei einem Vortrag beim CFR in Montreal in diesem Frühjahr den Versuch der Einführung einer NWO und Weltregierung als gescheitert erklärte, da die Völker inzwischen "aufgewacht" seien. Da der Verf. Brzezinski einmal vor 10 Jahren persönlich kurz kennenlernte, deshalb mein Bitte um Ihre Einschätzung: Nach Hip-Hop und Ganster-Rap vielleicht in Zukunft mehr globales Schachtraining auf den Schullehrplänen ? Gruß,R.B.
Antworten - Kommentar von Ralf Banna (15.08. 2010 10:53 Uhr):
Oh, sorry Bill, nochmals der Rebell aus Starnberg: Weiß jemand, on Brzezinski die Rede VOR oder NACH dem BP-Unglück gehalten hat ? Also - VOR oder NACH dem 20.04. diesen Jahres ? Dieses nur, weil schlagartig das Geschwafel von der Erderwärmung erstummte und Greenpeace sich nach der Sprenung der Ölplattform irgendwo versteckt haben muß, so wie all die anderen Öko-Gutmenschen auch. Haben die alle für BP gerabeitet ? Nochmals Gruß, R.B.
Antworten- Antwort von Götz Bading (15.08. 2010 13:50 Uhr):
Ja, Ralf, soweit ich weiß, war das längere Zeit vor dem Verbrechen von BP & Consorten.
- Antwort von Ralf Banna (17.08. 2010 10:03 Uhr):
Hallo Götz, hallo Bill. Danke für die Info - wurde mir am Sonntag auch von Jan Udo Holey alias Jan van Helsing bestätigt, der sein letztes Buches vor einigen Wochen der Königlichen Kunst gewidmet hat; siehe dazu auch den Spiegeltitel von dieser Woche (hier v.a. Ausgaben-Nr). Die Briten und ihre Clans scheinen derzeit ziemliche Probleme zu haben, dass sie nach BP derartige PR-Kampagnen lancieren, zumal ich am Sonntag abend auch noch "Kolja" erklären mußte, dass die Waldbrände um Moskau und auch Majak-5 wohl nicht auf Brandstiftung zurückzuführen sind, sondern eher auf Schlamperei und weggeschmissene Wodka-flaschen nach den Grillpartys, wenn die Scherben nämlich dann die Wälder in Brand setzen - ein Verfahren, dass im übrigen jeder Park-Ranger in den USA und jeder Pfadfinder kennt. Gruß aus Starnberg, wo vielleicht -zumindest am Wochenende- manchmal etwas Intelligenz auftaucht
- Antwort von Götz Bading (15.08. 2010 13:50 Uhr):
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