Was ist teuer, was billig? Woran Sie gute Aktien erkennen - Teil 2
Georg Pröbstl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 07. Februar 2007 17:00 Uhr
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NWD: Value Investoren gehen beim Aktienkauf damit ein vergleichsweise geringes Risiko ein. Der „Erfinder“ des Value Investing, Benjamin Graham, sprach sogar von einer „Margin of Safety“, einer Sicherheitsmarge. Wie gehen Value Investorn bei der Suche nach erfolgversprechenden Aktien vor?
Georg Geiger: Wir blicken in die Bilanz, bewerten ein Unternehmen und ermitteln dabei den inneren, den fairen, Wert einer Aktie. Damit haben wir schon einmal einen wichtigen Maßstab an der Hand, was ein Unternehmen, eine Aktie, kosten sollte. Dieser faire Wert ist die Grundlage für den Erfolg von Value Investoren. Wie man nämlich seit Benjamin Graham, also etwa seit 1930, weiß, schwankt der Kurs einer Aktie im Laufe der Zeit um diesen fairen Wert. Die Aktie ist mal billiger mal teurer. Das nutzen Value Investoren aus. Sie kaufen nur Aktien, wenn sie an der Börse mit einem Abschlag zum fairen Wert von 25 Prozent oder mehr gehandelt werden. Dieser Abschlag ist der von Graham genannte Sicherheitspuffer, der das Risiko mindert. Er bietet auch Kurspotential. Denn wie die Erfahrung zeigt, passt sich eine Aktie mittelfristig ihrem fairen Wert an. Der Kurs steigt, bis sie fair bewertet ist.
NWD: Und wenn eine Aktie trotz des Sicherheitspuffers fällt?
Georg Geiger: Den richtigen Einstiegspunkt zu erwischen ist reine Glückssache. Selbst bei einem Abschlag von 30 Prozent kann der Kurs fallen. Wenn man aber nicht investiert ist und den Aufschwung verpasst, verschenkt man dieses Potential. Sollten die Kurse tatsächlich weiter fallen, wird der Abschlag vom fairen Wert und damit das Kurspotential noch größer.
NWD: Welche Aktien kommen für Sie in Frage?
Georg Geiger: Valueverdächtig sind für uns Unternehmen mit einem KGV im Bereich von 10 oder darunter, einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von maximal 1,5 oder niedriger, einer Eigenkapitalquote von über 30 Prozent. Die Gewinnentwicklung muss natürlich auch stimmen. Dazu zählt eine nachhaltige Eigenkapitalrendite von mehr als 10 Prozent und ein nachhaltiges Gewinnwachstum von über 10 Prozent im Jahr. Wichtig ist uns auch eine hohe nachhaltige Dividendenrendite ab etwa 3 Prozent. Wenn die Fundamentaldaten passen, dann sehen wir uns ein Unternehmen genau an.
[Fortsetzung morgen im Nebenwerte Daily. Sie erfahren dann, was Value orientierte Investoren bei der Aktienauswahl außer den Fundamentaldaten unbedingt beachten sollten.]
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