Was ist die „stocks to use ratio“? Letzter Teil
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 30. Juli 2008, 20:00 Uhr
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Liebe Leser,
Nun haben wir die Charts von Mais, Weizen und Sojabohnen in Abhängigkeit zur stocks to use ratio betrachtet und festgestellt, dass sie sich durchaus als Indikator für einen Preistrend nutzen lässt. Wie stark oder schwach der ausfällt, hängt aber auch mit vielfältigen anderen Faktoren zusammen.
Beispielsweise erlebten die Grains seit 2006 durchweg einen starken Aufwärtstrend. Mal mehr oder weniger volatil, mal stärker oder schwächer ausgeprägt, mal früher oder etwas später einsetzend.
Die Erklärung hierfür ist einfach gefunden: natürlich reagieren die Rohstoffmärkte auf Angebot und Nachfrage, auf fundamentale Gründe und Beweggründe, doch mittlerweile sind eben auch die Agrarrohstoffe zu einer Anlageklasse geworden die sich wachsender Beliebtheit erfreut.
Hinzu kommt noch eine wachsende Korrelation zu anderen Märkten wie dem Ölmarkt. Hier ist es vor allem Mais - als Grundstoff für die Ethanolgewinnung in den USA - oder auch die Sojabohnen als Ölsaat die plötzlich auch als Energierohstoffe in Abhängigkeit zu den traditionellen Energierohstoffen wahrgenommen werden.
Hinzu kommt natürlich noch bei hohen Energiepreisen ein wachsender Kostenfaktor für die Landwirtschaft, der damit die Erzeugnisse verteuert.
Unterschlagen darf man auch nicht die Korrelation zu den FX-Märkten. Der nicht erst seit gestern schwache US-Dollar unterstützt ebenfalls die Preisentwicklung an den Rohstoffmärkten. Auch der Faktor Inflation gehört hier mit dazu.
Ebenso darf man nicht vergessen, dass gerade eine schwache US-Währung positiv für den Absatz von US-Getreide ist, verbessert sich dadurch doch das Exportgeschäft.
Nun gut, alles in allem muss man klar sagen, jeder Markt reagiert immer auf eine Vielzahl von Faktoren. Erst in ihrer Gesamtheit machen sie einen Markt aus.
Grundsätzlich halte ich die fundamentale Analyse noch immer für die grundlegende und entscheidende. Darauf baut dann allerdings noch eine - ich sage einmal - Psycho-Analyse" des Marktverhaltens auf. Die besten fundamentalen Überlegungen nützen einem nämlich erst einmal überhaupt nichts, wenn die Marktteilnehmer nicht drauf reagieren. Später, aber vielleicht schon! ;-)
So long liebe Leser...so genug des kryptischen Geschreibsels...ich kenne die Zukunft nämlich auch nicht...dennoch könnten die Sojapreise zunächst einmal ruhig noch ein wenig weiter zurückgehen, auf dass dann wieder ein neuer Aufwärtstrend folgen kann...grundsätzlich halte ich die gegenwärtige Korrekturbewegung an den Rohstoffmärkten durchaus für endlich angebracht, denn schließlich muss es ja auch wieder einen günstigen Widereinstiegszeitpunkt im übergeordneten langfristig bestehenden Aufwärtstrend geben...;-)
Bis morgen
Ihre Miriam Kraus
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