Was Investoren von Tradern lernen können
Investoren Wissen
vom 05. April 2005 16:00 Uhr
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Investoren und Trader sind eigentlich gar nicht so verschieden. Im Allgemeinen halten Trader etwas mehr von sich. Und sie kaufen und verkaufen etwas häufiger.
Aber es gibt einige allgemeingültige Regeln die wir nutzen können um Trader und Investoren zu unterscheiden:
Trader haben normalerweise einen kurzen, Investoren einen langen Zeithorizont. Investoren verlassen sich eher auf Fundamentalanalyse, Trader eher auf die technische Analyse. Von der Neigung von Tradern zum schnellen Geschäft und zur technischen Analyse können Investoren profitieren. Schauen wir uns einige Möglichkeiten an, wie die Denkweise von Tradern den Investoren helfen kann.
Trader sind neuen Wegen und Handelsstrategien eher aufgeschlossen. Das könnten Investoren auch für sich gewinnbringend annehmen.
Welche Regeln wenden Trader an, die auch für Investoren gelten können? Hier sind drei, die Ihnen sowohl beim Trading als auch beim reinen Investieren helfen können:
1) Halten Sie die Emotionen heraus. Investoren, mit ihrer Fundamentalanalyse, tendieren dazu, sich für ein bestimmtes Investment total zu begeistern. Das ist einfach zu verstehen. Denn wenn sie sich intensiv mit der Bilanz, dem Management und der Produktpipeline von interessanten Firmen beschäftigt haben, sind sie oft nicht mehr ganz objektiv wie gut eine Firma ist. Viele Investoren haben ein Problem damit loszulassen, wenn Ihre Lieblingsaktie nicht gut läuft.
Sie werden alle möglichen rationellen Gründe finden um eine Aktie nicht zu verkaufen in die sie so viel Arbeit gesteckt haben. Aber so eine Bindung kann teuer werden wenn. Denn es kann dazu führen, dass man einen Verlierer zu lange hält bzw. Gewinne nicht realisiert und dann am Ende da steht, wo man begonnen hat. Trader dagegen müssen lernen Verlierer aufzugeben um sich auf rentablere Dinge zu konzentrieren. Eine Aktie oder ein Rohstoff ist nur eine Sache. Entweder es läuft wie erwartet, oder die Position wird beendet.
2) Übernehmen Sie die volle Verantwortung für Ihre Ergebnisse. Es ist leicht einen Verlust auf äußere Umstände zu schieben. Die Insider sind Schuld. Oder Leerverkäufer haben Ihre Aktie heruntergeprügelt. Oder aber ausländische oder einheimische Ölbarone treiben den Preis. Auch der Broker kann Schuld sein. Die Liste ist endlos.
Das Problem ist, solange wird keine Verantwortung für die Entwicklung unseres Portfolios übernehmen, wiederholen wir ständig alte Fehler. Wenn unser letzter Verlust der Fehler eines anderen war, warum sollten wir dann irgend etwas ändern? Um nützliche Änderungen in unserem Anlageverhalten zu machen, müssen wir die Verantwortung für Verluste und Gewinne übernehmen. Sind Trader generell verantwortungsbewußtere Menschen? Auf keinen Fall! Aber Trader müssen schon ganz früh in ihrer Laufbahn lernen Verantwortung zu übernehmen. Es gibt einen sehr guten Begriff für Trader, die für ihre Ergebnisse keine Verantwortung übernehmen. Wir nennen sie "pleite."
3) Kontrollieren Sie jeden einzelnen Trade für sich und das Portfolio Risiko. Wenn man investiert, dann ist es manchmal einfach sich in eine gute Idee zu verbeißen. Etwa in eine Firma, die es schaffen kann um das 10 oder 100fache zu steigen wenn sie die Zulassung der Behörden für ein Medikament bekommt oder einen entscheidenden Vertrag abschließen kann. Selbst gerissene Investoren, die nie alles riskieren würden, ertappen sich dann dabei, wie sie zu viel auf eine Karte setzen wenn sie eine besonders tolle Idee haben.
Wegen der Häufigkeit von Trading-Möglichkeiten, sind Trader gezwungen das Risiko der einzelnen Trades zu meistern und blitzschnelle Entscheidungen zu treffen. Das ist eine schwere Lektion, mit der viele angehende Trader knallhart konfrontiert wurden. Zu oft zu viel riskieren, das kann einem Trader ganz schnell sein gesamtes Eigenkapital kosten.
Eine gute Faustregel für Trader und Investoren ist nie mehr als 1 % des Eigenkapitals in ein Geschäft zu stecken. Das gewährleistet, dass Sie immer in der Lage sind, wieder von vorne anzufangen, falls das Investment oder der Trade schief geht.
Bei ihrem gesamten Portfolio können sich viele Leute nicht vorstellen, was passieren könnte, wenn ein außergewöhnliches Ereignis eintritt. Das ist so eine wichtiges Thema, dass ich ihm schon bald einen ganzen Beitrag widmen werde. Aber fragen Sie sich jetzt einmal: "Wie schlimm wäre es für mich, wenn meine ganzen Stopps an einem Tag ausgelöst würden?" Wenn die Folgen nicht katastrophal für Sie wären, sind Sie wahrscheinlich schon auf dem richtigen Weg.
Trader und Investoren sind ganz sicher in einem Punkt ähnlich: Beide versuchen Gewinne zu machen. Wenn Sie den Markt von einer anderen Seite aus betrachten bringt Ihnen das wertvolle Einblicke für Ihren nächsten Trade oder das nächste Investment.