Was hat Griechenland mit dem Goldpreis zu tun?
Dominique Braun in Investors Daily zum Thema Goldpreisentwicklung
vom 30. April 2010, 18:00 Uhr
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in Krisenzeiten hat das Edelmetall Gold bekanntermaßen Hochkonjunktur und man kann eher mit einem steigenden Goldpreis rechnen. Auch die Diskussion rund um die Krise in Griechenland über die letzten Monate, hatte tendenziell eine eher stützende Wirkung auf den Goldpreis.
In der vergangenen Woche konnte der Terminpreis von Gold, zumindest zu Wochenschluss, den höchsten Anstieg in zwei Monaten hinlegen. Indirekt hatte es mit Griechenland zu tun. Nachdem zuvor über die letzten Wochen und Monate der Euro gegenüber anderen Währungen wie dem Dollar abgeben musste, stieg in der vergangenen Woche die Währung des Euros zumindest an einem Tag wieder an und die Sechstages-Rally des Dollars wurde damit erst einmal unterbrochen.
Der Grund dafür liegt auf der Hand: Griechenland hatte erst letzten Freitag offiziell bei der EU und dem IWF um finanzielle Hilfe gebeten. Insgesamt soll jetzt ein Rettungspaket von 45 Milliarden Euro geschnürt werden um Griechenland unter die Arme zu greifen. Auf der einen Seite hat es die Märkte etwas beruhigen können, da sich dadurch die Wahrscheinlichkeit eines Bankrotts des Sonnenstaates reduziert. Auf der anderen Seite wirkte sich diese Nachricht stützend auf den Euro und gleichzeitig belastend auf den Dollar aus. Der Terminpreis für Gold, in Dollar notiert, konnte genau an diesem Währungsszenario partizipieren und ansteigen, da durch ein Rückgang des Dollars auch die Attraktivität des Metalls als Alternativinvestment steigt.
So weit, so gut und ich glaube dies hat auch eine Logik. Jetzt kommen aber auf der anderen Seite andere Stimmen auf. Nachdem nun Griechenland offiziell um finanzielle Hilfe gebeten hat, könnte sich dies belastend auf den Goldpreis auswirken. Denn durch die leichte Entspannung hinsichtlich eines möglichen Bankrotts von Griechenland, könnte dadurch die Nachfrage nach Gold in Dollar als Alternativinvestment zurückgehen. Denn durch die leichte Entspannung sehen Investoren wieder mehr Möglichkeiten für Investments in Euro, als in den eher sicheren Hafen von Gold in Dollar zu investieren.
Aber der Goldpreis ist natürlich nicht nur von Griechenland und der Entwicklung des Dollars abhängig, sondern von vielen Faktoren. Ein weiterer Faktor, der für einen langfristig steigenden Goldpreis spricht, sind Realität und Erkenntnis: Denn auch Staaten können Pleite gehen. Nicht nur Staaten wie Russland oder Argentinien könnten wie früher von einem Staatsbankrott betroffen sein, sondern auch europäische Länder. Griechenland ist sicherlich das beste Beispiel dafür. Aber schauen Sie etwas über die Kante hinaus. Auch Länder wie Irland, Spanien, Portugal oder auch Großbritannien sind mehr als gefährdet. Genau diese Gefährdung und die Befürchtung, dass Staatsbankrotte noch bevorstehen könnten, werden möglicherweise dem Goldpreis, als Investment des sicheren Hafens, eine weitere Stützung geben. Alleine die Spekulation über weitere mögliche Staatsbankrotte reichen schon für eine Beflügelung des Goldpreises, natürlich hoffen aber viele, dass solch ein Szenario nicht eintreffen wird.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende.
Mit goldigen Grüßen
Dominique Braun
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Rudolf Engelhardt Karben (24.05. 2011 15:30 Uhr):
Die kritischen Stimmen finde ich absolut in Ordnung. Für einen Wirtschaftswissenschaftler ist es mehr als eine Frechheit, andere Staaten als Melkkuh zu behandeln, wenn man selbst noch einige hundert Tonnen Gold besitzt! Ich bin auch der Meinung, daß man G. nicht hängen lassen darf, aber nur mit der notwendigen (vermeintlichen) Sicherheitsleistung! Das sagt ein Griechenlandfan! MFG R.E.
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