Was hält die Räder des Busses in Gang - Teil 1
Byron W. King in Traders Daily
vom 5. September 2008, 12:00 Uhr
ENL5454
Man stelle sich einen Bus des öffentlichen Nahverkehrs vor, der von einem elektrischen Motor angetrieben wird und die überfüllten Straßen Pekings entlang rollt. Was haben dieser Bus und die Ronald Reagan Presidential Library im kalifornischen Simi Valley gemein?
Oder man stelle sich eine Ölbohrplattform im Golf von Alaska oder in der Nordsee vor. Was haben diese Ölbohrplattformen mit einem luxuriösen Skierholungsgebiet in der Nähe von St. Petersburg in Russland gemein?
Auf den ersten Blick gibt es hier kaum Gemeinsamkeiten zwischen einem Stadtbus in China und einer großen Präsidentenbibliothek in Amerika. Und wo fängt man an, wenn man eine karge und weit abgelegene Ölbohrplattform mit einem schicken Erholungsort in Russland vergleichen will? Verflucht, so ein russischer Erholungsort hat vermutlich sogar Kristalllüster und Fabergé-Eier im Regal stehen.
Was haben diese Dinge gemein? Nun, sie brauchen alle Energie. Genauer gesagt, brauchen sie Elektrizität. Und aus dem ein oder anderen Grund brauchen oder wollen sie Energiequellen vor Ort und sich selbst versorgen.
Der Bus in Peking ist zufällig ein elektrisches Hybridfahrzeug. Ein Hybridfahrzeug braucht einen Motor um einen elektrischen Generator anzutreiben. Die Elektrizität aus dem Generator treibt einen Motor an, der die Räder bewegt. Und die Räder drehen sich immer weiter und weiter.
Aber noch besser ist, dass dieser Bus fast keine Abgase ausstößt. Auf diese reduzierten Abgase kommt es in China mit seiner starken Luftverschmutzung ganz entscheidend an. Die Elektrizität, die den Bus antreibt, kommt aus einem Apparat im Bus, der „Mikroturbine" genannt wird. Im Fall von dem Bus in Peking handelt es sich um einen kleinen Motor, der komprimiertes Erdgas verbrennt. Das Gas dreht eine Turbine an und erzeugt Elektrizität. Und die bewegt den Bus.
O.k., aber warum ähnelt der chinesische Bus der Reagan Bibliothek? Nun, die Reagan Bibliothek erhält ihre Elektrizität ebenfalls aus solchen Mikroturbinen. Es gibt 16 Mikroturbinen in der Reagan Bibliothek, die über 95% der Stromversorgung liefern, die dieses große Gebäude braucht. (Groß? Hey, die Gebäude der Reagan Bibliothek beherbergen eine ganze Boeing 707, eine ehemalige Air Force One in einem riesigen Hangarbereich.)
Die Mikroturbinen der Reagan Bibliothek verbrennen Erdgas. Das Gas kommt aus dem regionalen Pipelinesystem. Also ja, die Bibliothek verbrennt Erdgas. Aber auch hier gibt es selten eine Stromrechnung. Es kommt sogar noch besser, denn die Hitze aus den Turbinen wird recycelt und betreibt das Kühlsystem der Bibliothek.
Ja, Sie haben sich nicht verlesen. In der Reagan Bibliothek wird mit Hitze das Kühlungssystem betrieben. Ich weiß, dass das seltsam klingt. Aber wenn es doch funktioniert. Und die Bibliothek hat weitaus geringere Energiekosten, als wenn sie Strom aus dem südkalifornischen Stromnetz beziehen würde. Die Mikroturbinen machen alles, abgesehen von einer sehr kleinen Verbindung zum größeren Netz, überflüssig. Dieser Prozess ist höchst effizient.
Und was ist mit dem Skierholungsort in der Nähe von St. Petersburg? Auch das ist unabhängig vom Stromnetz. Doch ohne eine verlässliche Energiequelle wäre das russische Ressort aus dem Geschäft. Also nutzt das Ressort eine Reihe von Mikroturbinen, die Erdgas verbrennen (und da es Russland ist, manchmal auch Kerosin). Diese Mikroturbinen sind die einzige Quelle für Strom und Wärme für ein Luxushotel und andere Anlagen, wie Sessellifte und Wasserpumpen.