Was haben Aktien und Rohstoffe insbesondere Zucker gemeinsam?
Andreas Lambrou in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 28. Februar 2007 20:45 Uhr
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Liebe Leser,
heute endlich wurde wieder einmal deutlich, dass es sich lohnt auch Rohstoffe zu kaufen und nicht nur Aktien. Wenn Aktien massiv fallen heisst das nicht automatisch, dass die Rohstoffe auch fallen und deshalb gehören in ein gutes Depot meiner Meinung nach sowohl Aktien, meinetwegen auch ein paar Anleihen (aber bitte keine US-amerikanischen) und natürlich auch Rohstoffe.
Aktienmarktkorrektur war überfällig
In den letzten 36 Stunden wurden die Aktienmärkte von einer deftigen Korrekturbewegung getroffen. Den ganzen Tag über habe ich jetzt Studien und Einschätzungen verschiedener Grossbanken erhalten. Diese besagen alle, dass dies eine "normale" und "gesunde" sowie eine längst überfällige "Korrektur" war.
Damit Sie jetzt nicht denken, was schreibt der Lambrou dar, soll er mich doch vorher vor drohenden Korrekturen warnen. Nun, die Leser des Tiger & Dragon haben jedenfalls in der letzten Ausgabe folgenden Hinweis erhalten.
Ich zitiere noch einmal kurz aus dem letzten Tiger & Dragon Ausblick:
…“Vor allem der chinesische Inlandsaktienmarkt wird von Tag zu Tag nach oben getrieben. Kursgewinne von 10%, aber auch einhergehende Rückschläge um 10% und mehr stehen auf der Tagesordnung. Für mich ist dies eine Indikation, dass der Optimismus zu groß geworden ist und wir kurzfristig mit einer Korrektur rechnen müssen. Diese Situation wird sich in den nächsten Monaten korrigieren. Deshalb ist jetzt ganz wichtig, dass Sie Ihre Stopps beachten. …Ich habe deshalb meine chinesischen Aktien bis auf ein paar Kerninvestments stark zurückgefahren. Nach der Korrektur kommen wir dann billiger wieder rein! Also nicht verzagen und Tiger & Dragon fragen. Sie erreichen mich per Email unter: redaktion@tadbrief.de.“
Bitte interpretieren Sie meine Warnung aber nicht fälschlicherweise als eine generelle Verkaufsempfehlung für China. Ich denke in den nächsten Tagen und Wochen in Zeitungsberichten vermehrt auf das hohe Investitionsrisiko in chinesischen Aktien eingegangen werden und dem Anleger werden DAX-Werte und
andere „sichere“ Aktien empfohlen werden. Dabei verkennen Sie aber, dass nach 130 % Kursplus in 2006 und fast 14 % Anstieg in 2007 im chinesischen Inlandsmarkt ein Rückgang nur normal und gesund ist. Also jetzt bitte und das gilt natürlich für alle Märkte, verfallen Sie jetzt nicht in Panik.
Wie geht es weiter?
Generell muss ich gestehen, dass mir so viel Optimismus für DAX, DOW und Co. nach einem derartigen Anstieg in den letzten 12 Monaten eher ein Unwohlsein hervorruft. Vergessen Sie nicht, im Dezember lagen wir in allen Märkten einschliesslich China noch deutlich unter den heutigen Niveaus.
Pessimismus noch nicht so richtig gross
Ich kaufe gerne wenn die Kurse fallen und die Anleger pessimistisch sind. Aber eben dieser Pessimismus fehlt mir ein wenig. Keine Sondersendungen im ZDF über den Crash, keine BILD Schlagzeilen, noch nicht einmal N-TV hielt es gestern Abend um 10 nach 9 für nötig, eine Sonderschalte nach New York zu machen, als der Dow Jones bei Minus 500 Punkten stand und gerade just in 20 Sekunden sage und schreibe weitere 200 Punkte verlor.
Dies lässt bei mir die Befürchtung aufkommen, dass wir das Tief im Markt in den nächsten Monaten noch vor uns haben.
Habe ich Angst vor einem Wachstumseinbruch in China???
Nein, denn wenn ich mir die Rohstoffe ansehe und China ist nunmal einer der grössten Rohstoffkäufer, dann sehe ich eher eine Erholung... Also von Panik ist bei den Rohstoffen ganz und gar keine Spur zu sehen.
Also handelt es sich meines Erachtens um einen "Sturm im Wasserglas". Zumindest aus Sicht der Rohstoffanleger, Goldhalter und Rohöltrader. Für die Aktionäre sieht es im Moment fast ein bisschen aus, wie ein Elefant, der durch den Prozellanladen marschierte....
Sicher muss ich das jetzt weiter beobachten, aber wenigstens sind die Kunden des Tiger & Dragon davor rechtzeitig gewarnt worden. Deshalb auch Heute mein Spezialthema China, damit Sie auch informiert sind.
Rohstoffe bleiben 2007 sehr volatil
Die Spekulation auf steigende Kurse hat ja vor allem die Aktien betroffen, deshalb auch jetzt die fallenden Kurse. Bei den Rohstoffen zeigt sich ein differenzierteres Bild. Hier sind die Spekulanten ja nicht so massiv auf der Longseite investiert. Aber eines ist ganz klar. Auch Rohstoffspekulanten haben in den letzten Monaten massiv Kredite in Japanischen Yen aufgenommen und dieses Geld Long oder Short investiert. Wenn dieser so genannte "Carry-Trade" unter Druck kommt, dann hagelt es Liquidationen bei den Rohstoffen. Die Rohstoffe, welche davon betroffen sind werden dann sehr stark steigen oder fallen. Es kommt also auf die Einzelbetrachtung an.
Zucker vor möglichem Short-Squeeze
Zum Beispiel sind viele Spekulanten massiv Short im Zucker, spekulieren daher auf fallende Zuckerpreise. Wenn ihnen nun der Kredithahn zugedreht wird, dann müssten sie vielleicht Zucker kaufen. Der Zuckerpreis notierte gestern bei 11,25 US-Cents pro Pfund. Noch ist davon also nichts zu sehen, aber ich achte da jetzt jeden Tag drauf. Aber bitte hängen Sie mich nicht auf, wenn die Prognose nicht kurzfristig aufgeht. Schliesslich geht es an der Börse immer und überall um das ausloten von Wahrscheinlichkeiten. Kein Spekulant oder Börsenbriefschreiber liegt immer zu 100 % Richtig. Aber gute Spekulanten können zumindest die Wahrscheinlichkeiten ausloten und sich dann auf eine Seite stellen. Wenn es daneben geht, dann gibt es ja Stopp-Loss und andere Absicherungsstrategien.
Mehr darüber im 2. Teil.
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