Was für ein schöner Tag für einen Kriegsbeginn
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 20. März 2003 18:00 Uhr
ENL5454
*** Der Bullen/Bären-Zyklus eines Aktienmarktes lässt sich nicht mit Logik und Vernunft erfassen. Ein Dollar Unternehmensgewinne wird auf dem Boden eines solchen Zyklus mit nur 8 Dollar bewertet (entspricht einem KGV von 8) ... und mit 200 Dollar auf dem Top. Von Furcht zu Gier ... von Zuversicht zu Verzweiflung ... die Märkte gehen ihren Weg.
Und wer bin ich, dass ich mich darüber beschweren würde? Wenn das der Weg ist, wie Gott es will, nun ... dann soll es so sein. Ich versuche nur, meinen Spaß dabei zu haben.
*** Dank den Kriegen gegen den Terrorismus und den Irak wird das US-Haushaltsdefizit laut Bill Gross dieses Jahr auf 400 bis 500 Milliarden Dollar steigen. Das Leistungsbilanzdefizit der USA liegt bereits jetzt in ungefähr dieser Größenordnung. Das bedeutet, dass die USA pro Jahr fast 1 Billion Dollar finanzieren müssen.
Bereits jetzt brauchen die Amerikaner 80 % der Weltersparnisse, um ihren Konsum finanzieren zu können. Vielleicht will die Welt in der Nachkriegszeit, dass die Amerikaner noch mehr der Weltersparnisse konsumieren. Aber vielleicht wird die Welt das auch nicht wollen.
*** In Paris ist heute ein heller, schöner Tag. Die Straßencafés füllen sich bereits. Verliebte gehen Arm in Arm spazieren. Aus den Bäckereien kommt der Geruch von "pain au chocolat". Was für ein schöner Tag für einen Krieg.
Die Franzosen scheinen sich keine Sorgen über den Krieg zu machen ... aber sie sind stolz darauf, dass sie an diesem Krieg nicht teilnehmen. Die Zeitung LIBERATION hat sogar vorgeschlagen, dass man Präsident Chirac für den Friedensnobelpreis vorschlagen sollte, wegen seiner entschlossenen Haltung gegen den Krieg.
Im Gegensatz zu dem, was meine Kritiker denken mögen, gebe ich mich über Chirac keinen Illusionen hin. Ich habe diesen Mann zwar nie getroffen, aber ich habe keinen Grund zu der Annahme, dass er weiser ist ... oder ehrenhafter ... als, sagen wir mal, George W. Bush!
Damit habe ich es geschafft, sowohl die Amerikaner als auch die Franzosen gleichzeitig zu beleidigen. Was für eine Leistung ...