Was es beim Kauf von physischem Gold zu bedenken gilt!
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 23. Dezember 2008, 20:00 Uhr
ENL5454
Ah, Sie haben sich also für den Kauf von Gold entschieden! Aber auch falls Sie sich noch nicht entschieden haben sollten, können sie ruhig weiter lesen...
Gefragt: Physisches Gold
Wenn Sie morgen noch schnell einen Goldbarren oder eine Münze besorgen wollen, dann werden Sie vermutlich enttäuscht und mit vorerst leeren Händen an den Gabentisch zurückkehren. Denn die Nachfrage nach physischem Gold ist derzeit so hoch, dass man gut einige Wochen Geduld bis zum endgültigen Liefertermin mitbringen muss.
Ausgabeaufschläge auf Gold steigen
Und nicht nur das! Man muss inzwischen auch immer mehr Geld mitbringen, denn die Ausgabeaufschläge auf den reinen Rohstoffpreis sind enorm gestiegen.
Während vor der Finanzkrise ein Aufschlag von etwa 3% berechnet wurde, liegt der Ausgabeaufschlag heute in Deutschland bei über 7%. Für eine Unze Krügerrand zum Beispiel verlangen die Händler durchschnittlich einen Aufschlag von 7,6%. In den USA liegen die Ausgabeaufschläge mittlerweile schon bei 9,25 - 9,5 %.
Grundsätzliches zu Goldmünzen
Neben der Möglichkeit einen reinen Goldbarren zu kaufen, interessieren Sie sich vielleicht auch für Goldmünzen. Grundsätzlich spricht absolut nichts dagegen - beide bestehen zu 91- 99 % aus reinem Gold. Dennoch gilt es vor dem Kauf von Goldmünzen einiges zu beachten:
1. Sammlermünze oder Anlagemünze?
Hier gilt es zwingend eine Unterscheidung zu machen. Anlagemünzen (wie der Krügerrand, das Maple Leaf oder der American Eagle) dienen - wie der Name schon sagt - der reinen Goldanlage. Hier gilt: Sie zahlen den Goldpreis plus Ausgabeaufschlag.
Bei Sammlermünzen sieht das ganz anders aus. Sie dienen - wie der Name schon sagt - dem Sammelwert. Mit anderen Worten: der Preis für eine Sammlermünze generiert sich nur zum Teil durch den reinen Metallwert. Größtenteils richtet sich der Preis nach der Seltenheit und damit der Nachfrage nach dem Stück. Hier kann es also passieren, dass der Preis der Münze den reinen Goldwert um ein Vielfaches übersteigt. Sammlermünzen sind somit nur für Numismatiker und nicht für den Gelegenheitskäufer eine sinnvolle Option.
2. Anlagemünzen: auf die Volumina kommt es auch an!
Grundsätzlich sollten Sie bedenken, dass kleinere Münzen (also Goldkäufe mit geringerem Volumen) prozentual immer einen höheren Aufschlag mit sich bringen als der Kauf von größeren Münzen (höhere Volumen).
Der Grund dafür ist, dass die Kosten für die Herstellung von kleineren Münzen sich nicht sonderlich von denen für größere Münzen unterscheiden (mit Ausnahme der Menge des verwendeten Rohstoffs versteht sich). Da die Fixkosten somit fast identisch sind, erfahren sie beim Aufschlag auf einen geringeren Grundbetrag" folglich einen prozentual höheren Aufschlag.
Goldschmuck: nur in Asien eine wirkliche Alternative
Viele Menschen lieben Goldschmuck. Und im Angesicht dessen, dass auch die Goldnachfrage aus der Schmuckindustrie stark ist, gehe ich davon aus, dass morgen - wenn auch nicht unbedingt ein Barren - so aber doch unter vielen Weihnachtsbäumen eine Goldkette Platz finden wird.
Das ist hübsch und wenn Sie sich ein Goldkettchen gewünscht haben, dann hoffe ich Sie finden morgen auch Eines. Doch, ich will ehrlich zu Ihnen sein: als Mittel der Werterhaltung oder gar Absicherung taugt Goldschmuck - zumindest in unseren Breiten - nichts (oder zumindest nur sehr bedingt denn Gold ist ja immerhin verarbeitet - also bitte nicht Ur-Großmutters goldenen Ehering aus Frust wegwerfen ;-) ).
Warum taugt in Deutschland gekaufter Goldschmuck nicht als Goldinvestment? Ganz einfach: er ist zu teuer. In Deutschland liegen die Verarbeitungskosten durchschnittlich um 200% über dem Rohstoffpreis. Unser Goldpreis müsste sich also erst einmal verdreifachen, damit Sie ihre Goldkette zum Kaufpreis wieder verkaufen können.
Sofern das gute Stück wenigstens zu über 90% aus Gold besteht. Dies ist allerdings selten der Fall. Zumeist weist Goldschmuck nur einen Goldgehalt von 75% auf (18 Karat, 750er).
Mein Rat: wenn Sie Goldschmuck kaufen wollen, dann machen Sie das auf ihrer nächsten Asienreise. Dort gilt Goldschmuck tatsächlich als Wertanlage, weil die Verarbeitungskosten nur rund 10% über dem Rohstoffpreis liegen.
So long liebe Leser...so viel zu meiner vorweihnachtlichen Geschenke-Tipp-Sammlung...;-) ...natürlich sind hiermit noch längst nicht alle Möglichkeiten zur Investition in Gold abgehandelt...dies werde ich dann ab der nächsten Ausgabe, welche aufgrund der Feiertage erst wieder am 29.12.2008 erscheint, nachholen...damit verabschiede ich mich und wünsche Ihnen und Ihren Familien
Ein fröhliches Weihnachtsfest
Ihre Miriam Kraus