Andreas Lambrou (Gastbeitrag) in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom
Auch mein Kollege Andreas Lambrou hat sich Gedanken über das Neue Jahr 2012 gemacht und einen Ausblick vorbereitet, den ich Ihnen heute vorstellen möchte:
Was erwartet uns in 2012?
von Andreas Lambrou
So gerne ich Ihnen jetzt und heute eine ganz genaue Prognose zur Entwicklung von einzelnen Märkten und Rohstoffen geben würde, müssen wir doch realistisch bleiben. Aktuell haben wir mit der Eurokrise, den US-Schuldenproblemen nebst Präsidentschaftswahlkampf sowie nach wie vor mit Wachstumsabkühlungen in China und Indien zu kämpfen.
Während ich das leicht schwächere Wachstum in China und Indien noch halbwegs gelassen betrachte - immerhin geht es ja um Wachstum und nicht um Schrumpfung - kann die US-Schuldenproblematik jederzeit über die Märkte hereinbrechen und ein ebensolches Chaos erzeugen, wie die ungelösten Probleme in Europa.
Nicht zu vergessen: Japan, das weiterhin enorme finanzielle Ungleichgewichte stemmen muss, die einer Zeitbombe gleichen. Für Rohstoffanleger ist dies insofern nur bedeutend, da es noch nicht klar ist ob die Bombe schon bald explodiert - sprich das Finanzsystem kollabiert und damit eine Hyperinflation erzeugt, welche die Preise für sämtliche Rohstoffe auf einen Schlag vervielfachen würde - oder ob es zuvor noch einmal „Aufschiebestrategien" gibt, die weltweit dafür sorgen, dass das Finanzsystem weiterwurstelt und mit den zunehmenden Liquiditätsschüben weiterhin die Preise für Rohstoffe ansteigen, jedoch eher stetig.
Selbst 500 Milliarden Euro zeigen (noch) keinen Effekt bei den Anleihen
Bis zum Zusammenbruch wird es wohl noch einige Jahre dauern. Die große Überraschung vor Weihnachten war natürlich das enorme Kreditvergabeprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB). Diese stellte den angeschlagenen europäischen Banken, die u.a. unter der Last ihrer Kreditprobleme zusammenzubrechen drohten (welche teils noch auf die enormen Kreditzuwächse vor 2008 folgten) kurzerhand eine halbe Billion Euro mit einem Zinssatz von 1% zur Verfügung. Damit federte die EZB die Bankenkrise etwas ab.
Doch warum sollten Banken erst Geld bei der EZB einsammeln, wenn man es gar nicht weiter verleiht?
Der Grund liegt darin, dass man aktuell keine weiteren Risiken in den Büchern haben will. Stattdessen konnte man durch die Ausleihungen bei der EZB teils enorme Liquiditätsprobleme überbrücken. Insofern war die Aktion nicht wirkungslos, sondern eben nur unzureichend. Die Kernfrage dabei ist immer, ob das neu geschaffene Zentralbankgeld ausreicht, um das nach 2008 verpuffte Privatbankengeld auszugleichen.
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