Was die OPEC aus der Asienkrise lernte!
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 30. Januar 2008 20:45 Uhr
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Liebe Leser,
hohe Ölpreise bestimmen nach wie vor den Markt. Zwar ist nach wie vor ein massiv starker spekulativer Faktor für die Preisentwicklung mit ausschlaggebend, dennoch zeichnet sich langfristig kein Bild extrem stark fallender Rohölpreise ab.
Die Internationale Energie Agentur beharrt nach wie vor auf einer Ölverknappung, wohingegen sich die OPEC nach wie vor weigert ihre Produktion auszuweiten.
Denn im Gegensatz zur IEA sieht die OPEC über ihren Häuptern das Damoklesschwert einer Abschwächung des Weltwirtschaftswachstums schweben, welches die Nachfrage nach Rohöl schwächen dürfte. Vor allem auch im Hinblick auf den kommenden Frühling, wo natürliche Temperatur bedingt die Heizölnachfrage in den Industrienationen der nördlichen Hemisphäre absinkt.
Katar spricht sogar bereits von Förderkürzungen
Katars Ölminister malt sich sogar gänzlich das Worst Case Szenario aus und spricht inzwischen schon von Produktionskürzungen wenn die Weltwirtschaft in eine Rezession schlittert.
Auch wenn es gegenwärtig eher unwahrscheinlich ist, dass die OPEC tatsächlich Förderkürzungen beschließen und vor allem wirklich einhalten sollte, ist die Haltung der OPEC meiner Meinung nach gegenwärtig durchaus vernünftig.
OPEC lernt aus der Asienkrise
Denn die OPEC beweist damit, dass sie offensichtlich ihre Lehren aus der Vergangenheit gezogen hat. Mit Vergangenheit ist ganz konkret das Jahr 1997 gemeint. Damals erhöhte die OPEC die Produktion um ein paar Wochen später die Asienkrise und den Rückgang der Rohölpreise von 19 USD auf 7 USD pro Barrel zu erleben. Noch heute liegt der OPEC ihre Entscheidung von damals schwer im Magen. Dass die verantwortlichen Minister ihre Entscheidung von damals schwer bereut haben, muss nun nicht extra noch erwähnt werden.
Diesmal ist es wohl weniger Asien, dass die Ölminister beunruhigt, sondern wie wir ja alle wissen die US-Wirtschaft - die im Übrigen im letzten Quartal neuesten Meldungen zufolge nur noch um 0,6 % gewachsen ist- und die Auswirkungen einer Abschwächung des US-Wirtschaftswachstums auf die anderen, wohl vornehmlich etablierten Volkswirtschaften.
OPEC Entscheidungen könnten Schutz vor Rohölpreiscrash bieten
Obgleich die Rohölpreise in diesem Monat in Korrelation zur abschwächenden US-Konjunktur bereits 5 % abgeben mussten, notieren die Preise doch immer noch auf einem hohen Preisniveau um die 90 US-Dollar-Marke herum.
Das gegenwärtige Wirtschaftsklima dürfte die Rohölpreise zumindest für das kommende halbe Jahr weiterhin volatil halten, schwache Wirtschaftsdaten weiterhin Druck auf die Preise ausüben, doch die harte Linie der OPEC bietet den Preisen Schutz vor einem zu massiven Verfall. Obgleich ich eine Preiskorrektur auf 80 USD pro Barrel nicht ausschließen möchte, dürfte sich die zweite Jahreshälfte doch wesentlich positiver entwickeln.
Denn Preise unter der 80 USD-Marke dürften für Viele ein klares Kaufsignal bedeuten und haben überdies im Vorfeld einen Großteil des gegenwärtigen massiven spekulativen Faktors eliminiert.
Alles in allem halte ich es mit der OPEC und sage nur: Liebe Ölminister, bleibt bei eurer Entscheidung!