Was die Finanzkrise den US-Steuerzahler kostet:
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 22. September 2008, 20:00 Uhr
ENL5454
Ich möchte einmal eine vorsichtige Schätzung anstellen, dahingehend wie hoch die Summe ist, welche die USA zur Rettung des Finanzsystems aufbringen müssen:
- TARP: Kostenpunkt 700 Milliarden US-Dollar
- Absicherung der Geldmarktfonds: 50 Milliarden USD
- US-Finanzministerium muss die Bilanzsumme der FED erweitern; Kostenpunkt: 100 Milliarden USD
- Ausweitung der Swap Lines für die Zentralbanken: 180 Milliarden USD
- Finanzspritze für AIG: 85 Milliarden USD
- FED-Kredite vergeben durch Primary Dealer Credit Facility: 20 Milliarden USD
- Discount-Fenster FED: 33 Milliarden USD
- Kosten für Fannie und Freddie vermutlich: 200-300 Milliarden USD
- Kosten für Käufe von GSE (government sponsored enterprises) und MBS (mortgage backed securities) durch US-Finanzministerium allein in diesem Monat: 10 Milliarden USD
- Zusätzliches Stimulanz-Paket, wie es von den US-Demokraten favorisiert wird: 100 Milliarden USD
- FED-Käufe von agency discount notes und ABCP: Betrag noch nicht ermittelbar
Das ist schon eine gewaltige Summe, nicht wahr?! Sie macht die Brisanz der letzten Tage mehr als deutlich. Das Haushaltsdefizit der USA wird größer - ohne Frage - aber die Maßnahmen waren nötig. Und auch im Rest der Welt wird man - zwar nicht in solchen Dimensionen - nicht umhin kommen ebenfalls noch mehr Geld auszugeben.
Die Frage, welche ich mir gerade stelle ist wie sich das Ganze auf den USD auswirken wird. Kurzfristig sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die FED mit Sicherheit kein Interesse an einem schwachen US-Dollar hat, da dieser die Refinanzierung des Investitionspakets erschwert. Mittel- bis langfristig komme ich allerdings nicht umhin mir vorzustellen, wie der inflationäre Faktor schließlich wieder stärker in den Fokus rücken wird.
Ein inflationierter US-Dollar muss dann aber über kurz oder lang wieder zu nominal steigenden Rohstoffpreisen führen.
So long liebe Leser...so viel für heute einmal...tja, die Finanzkrise ist erst einmal gebannt, aber für die USA gilt das stagflationäre Szenario nun noch stärker...am Ende werden es dann - wie ich es schon immer erwartet habe - die Emerging Markets sein, die der Antriebsmotor des Weltwirtschaftswachstums sind...bis morgen
Ihre Miriam Kraus