Was bringt das neue Börsenjahr?
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 3. Januar 2011, 08:30 Uhr
mit etwa 16% Plus verabschiedete sich das alte Börsenjahr, ein respektables Ergebnis. Obwohl oder gerade wegen der Konjunkturlage (in den USA), die noch schwach auf der Brust ist, und damit sehr anfällig für Korrekturen. Die Märkte wurden mit Geld überflutet und weitere Überschwemmungen sind geplant, doch die Wirksamkeit dieser Maßnahmen haben noch nicht ausreichend Früchte getragen. Sie werden aber weiter dafür sorgen, dass den Anlegern Alternativen fehlen. Wer sich nicht mit Mini-Zinsen begnügen will, muss in Aktien oder andere Risikoinvestments investieren. Da sich die Unternehmen teilweise schon wieder in Bestform präsentieren, ganz so, also ob es nie eine Weltwirtschaftskrise gegeben hätte, spricht vieles für ein erneut gutes Börsenjahr. Der Aktienmarkt und der Profiteur der Krise Gold haben weiter Luft nach oben. Doch wie schon im vergangenen Jahr ist davon auszugehen, dass es sicherer ist, nicht immer, komplett investiert zu sein. Eine größere Korrektur könnte schon im ersten Quartal anstehen. Die Zeiten als Kostolanys-Rat „kaufen und liegen lassen" sinnvoll erschien, sind definitiv vorbei. Die Welt und erst recht die Börsenwelt dreht sich immer schneller, und da muss man auch seine Vorgehensweise darauf abstellen. Mit einem ständigen Wechsel von long auf short (und umgekehrt) werde ich auch in diesem Jahr wieder versuchen, besser als der Markt, die Benchmark, abzuschneiden.
Heute starte ich wieder, nachdem ich einige Handelstage pausiert habe. Vornehme Zurückhaltung ist daher angebracht: Die Charts sind zwar gedeutet, doch wenn das Gefühl noch nicht da ist - das braucht einen Handelstag, bis es zurückkehrt -, trade ich noch nicht. Höchstens bei extremen Bewegungen werde ich meine Zurückhaltung ablegen und im neuen Handelsjahr erste Trades anbringen.
Der Kurzüberblick:
| Dax: | -1,16% |
| Dow Jones: | +0,07% |
| S&P 500: | -0,02% |
| Nasdaq: | -0,35% |
| EUR/USD: | -0,37% |
| Gold: | +1,25% |
| Silber: | +1,74% |
| Öl (Sorte Brent): | -1,49% |
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen setze ich mich auch heute mit dem Dax und dem Währungspaar EUR/USD auseinander. Dies ist meine ganz private Watchlist mit potenziellen Trades, welche kurzfristig ausgerichtet sind.
Dax (DAX.I): nur im Extremfall werde ich aktiv
Der letzte Handelstag des Jahres fiel enttäuschend aus. Der Dax entfernte sich klar von der 7.000er-Marke. Da aber die Wall Street keinen Schwindsuchtsanfall erlitt, und mit der Rückkehr vieler Marktteilnehmer nun wieder ausreichend Liquidität vorhanden sein sollte, wird der erste Handelstag wohl von den Bullen dominiert werden. Vorbörslich trifft dies schon einmal zu, der deutsche Leitindex hat sich an die magische 7.000er-Marke herangepirscht. Bricht der Dax aus der Kurs-Range zwischen Absturz am 27.12. und Silvester heraus, bin ich bereit, bereits am ersten Tag nach meinem Urlaub aktiv zu werden. Mit der Rückeroberung der 7.000er-Marke muss aber noch das Hoch vom 29./30.12. bei 7.008 Punkten sowie die 200er-Durchschnittslinie (lila Linie) überwunden werden: Gelingt es den Bullen, diese drei Hürden zu nehmen, gehe ich long. Zumindest die letzten Bestleistungen um 7.040/50 Zähler sind dann auf Tagessicht greifbar. Die letztjährige Rekordmarke ist eher auf Wochensicht das Ziel der Huftiere.
Auf der Unterseite hat die 6.900er-Marke als Auffanglinie einen guten Job gemacht. Die jüngsten Kurseinbrüche fanden dort ihr Ende. Wird die Linie bei einem der nächsten Bären-Angriffe nach unten durchbrochen, gehe ich short. Alle anderen (möglichen) Einstiege unterlasse ich an meinem ersten Arbeitstag.
Dax - 30-Minuten-Chart - CFX Trader
Dax (DAX.I): Vorbörslich findet eine Annäherung an die 7.000er-Marke statt.
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25 Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden.
