Was bezweckt die IEA?
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 30. Juni 2011, 20:30 Uhr
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Die IEA-Entscheidung wirkt überraschend (obgleich die Drohung, nach der letzten und fehlgeschlagenen OPEC-Sitzung bereits bestand). Und so fragen sich nicht wenige, was die IEA mit diesem Schritt eigentlich bezwecken will?
Tja, ganz ehrlich beantworten können das eigentlich nur die IEA-Verantwortlichen selbst. Aber wir können ja trotzdem ein paar Überlegungen ausprobieren!
Wenn wir davon ausgehen, dass die IEA tatsächlich ein Ziel hat (das nicht nur mit der Angst vor einer etwaigen Knappheit oder schlichtweg mit einem Machtspielchen unter halb-erwachsenen IEA- und OPEC-Leuten zu tun hat), dann wäre es wohl dieses: sinkende Ölpreise!
OECD-Staaten
Sinkende Ölpreise wären den OECD-Staaten sicher nicht unwillkommen. Bei tieferen Ölpreisen bestünde immerhin die Hoffnung, dass mehr vom Schmiermittel der Konjunktur verbraucht und diese ein wenig angeschoben werden könnte. Doch das ist wohl eher als zweiter Schritt zu sehen. Wichtiger wäre wohl der Preisdruck, der dann auch nicht auf die Rohölpreise beschränkt bliebe und schließlich die Inflationsgefahren ein wenig dämpfen sollte.
China
Die Dämpfung von Preissteigerungen ist aber vor allem ein Argument, welches für China, die unangefochtene, aber unter massiven Preissteigerungen leidende Dampflokomotive der Weltwirtschaft spricht. Kein Wunder, dass Chinas Nationale Energiebehörde der IEA für ihre Entscheidung Lob und Unterstützung ausgesprochen hat. Dampflokomotive China mit seinem stetig und stak wachsenden Verbrauch an Rohöl kann sinkenden Ölpreisen folglich besonders viel abgewinnen.
Hach, das ist ja fast schon richtig schön anzusehen! Endlich mal etwas, wobei sich ziemlich viele Staaten einig sein können: tiefere Ölpreise können nämlich die meisten ganz gut gebrauchen.
Fragt sich nur noch, ob die IEA (sofern man ihr tatsächlich unterstellen möchte, sie habe es einzig und allein darauf abgesehen, die Preise zu drücken) damit überhaupt Erfolg haben kann. Da habe ich nämlich durchaus so meine Zweifel, besonders bei einem Zeithorizont der deutlich über einige Tage hinausgeht. Schon seit Anfang dieser Woche haben sich die Preise (nach dem der Überraschungsschock überwunden war) bereits wieder deutlich erholt. Sicher, da steckt wohl auch zusätzlich eine Portion allgemeiner Fröhlichkeit mit drin, aber obwohl die IEA die Preise sicher kurzfristig drücken kann, spricht doch so einiges dafür, dass sie diesen Erfolg längerfristig nicht aufrecht erhalten kann.
So long liebe Leser...warum ich davon ausgehe, dass die IEA-Entscheidung sich durchaus wie ein Bumerang gegen die IEA richten könnte bzw. warum die IEA durchaus auch ein bullisches Signal an den Markt sendet, damit wollen wir uns (leider erst) nächste Woche beschäftigen...schade, manchmal könnte die Woche ruhig ein paar mehr Tage haben, denn auch die Fortsetzung unserer Fremdwährungsreihe muss ich auf die kommende Woche verschieben...dafür gibt's morgen, wie gewohnt, den Wochenrückblick...für heute verabschiede ich mich nun und freue mich, wenn wir uns morgen wiederlesen...liebe Grüße..
Ihre Miriam Kraus
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von D Köhler (01.07. 2011 00:25 Uhr):
Dies ist nur ein weiterer Beleg, wie verzweifelt die Lage ist. Auf Teufel komm raus soll/muss die Konjunktur angeschoben werden. Dieser Versuch ist allerdings fast noch absurder als die Gelddruckerei, denn wenn es gelänge, würde mehr Öl verbraucht werden und anziehende Preise würden die Konjunktur sofort wieder abwürgen. Wachstumsgrenzen in Sicht, Houston, wir haben ein Problem...
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