Was aus der Geschichte zu lernen ist!!
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 14. Oktober 2008, 20:00 Uhr
ENL5454
Verstaatlichung des Bankensektors - gegenwärtig ein großes Thema. (nur in China nicht- dort hält der Staat sowieso Anteile an den großen Kreditinstituten)
Auf Europa, folgten heute nun auch die hochliberalen USA mit dem Verstaatlichungsplan.
Mag überraschend klingen - ausgerechnet der US-amerikanische Staat, der mehr als jeder andere auf einen freien Markt ohne staatliche Einmischung setzt, wird nun Anteile an den größten Finanzinstituten übernehmen. Mal abgesehen davon, dass diese Maßnahme als Stabilisierungsfaktor unumgänglich geworden ist, ist dieser Schritt allerdings, riskiert man einen Blick in die Vergangenheit längst nicht mehr so überraschend wie es scheinen mag.
1917 - während des I. Weltkrieges beschlagnahmte die US-amerikanische Regierung das Schienennetz um den Transport von Gütern, Waffen, und Truppen sicher zu stellen.
---1920 wurde das Schienennetz wieder privatisiert
die 30er Great Depression - die US-Regierung vergibt Kredite an notleidende Banken und kauft Anteile an 6.000 Banken zum Gesamtpreis von 1,3 Milliarden USD. Heute entspricht dieser Betrag etwa 200 Milliarden USD. Viele, darunter Ben Bernanke sind sich einig, dass dieses Programm damals zwar äußerst positiv war, aber zu zögerlich angegangen wurde, was die Phase der Depression verlängert hätte. Wir können heute anhand unserer Krise sehen, ob Ben die richtigen Schlüsse gezogen und eine schnelle, starke Reaktion der Regierungen eine Widerholung verhindert.
1952 - die Truman-Regierung übernimmt 88 Stahlwerke während des Korea-Krieges. Auch diese Verstaatlichung hielt nicht lange an.
1984 - die US-Regierung übernimmt 80 % an Continental Illinois, um die Bank vor dem Zusammenbruch zu bewahren.
Später wird die Bank von der Bank of America übernommen.
Auch Europa hat es schon in der jüngeren Vergangenheit vorgemacht: während der Finanzkrise Anfang der 90er übernahm die schwedische Regierung ziemlich rasch Anteile an den notleidenden Banken um sie später wieder zu privatisieren. Eine rasche Handlung mit Erfolg -Banken und Finanzsystem erholten sich am Ende wieder - aber natürlich nicht ohne Blessuren à Kürzungen im allerdings sehr umfassenden Sozialsystem, höhere Staatsschulden.
Zwar können wir nicht ohne weiteres die vorangegangenen Krisen mit der gegenwärtigen vergleichen, dennoch möchte ich einen positiven Schluss aus der Erfahrung, welche die Geschichte lehrt ziehen: nicht nur die akute Phase einer Krise lässt sich bekämpfen, auch die Auswirkungen der Rettungsmaßnahme gehen vorüber.
So long liebe Leser.... wenn die Geschichte eines lehrt, dann wohl folgendes: Verstaatlichungen aufgrund von Krisensituationen sind nicht von langer Dauer....bis morgen
Ihre Miriam Kraus
ähnliche Beiträge:
weitere Ausgaben von
Rohstoff Daily
weitere Artikel dieser Ausgabe:
Freitag, 25. Mai 2012
Donnerstag, 24. Mai 2012
Mittwoch, 23. Mai 2012
alle AusgabenBörsenbrief: Sicheres Geld
Der exklusive Börsendienst, der Ihr Vermögen zuverlässig schützt
Klicken Sie hier für weitere Informationen zu Börsenbrief: Sicheres Geld