Warum wir noch träumen dürfen – vom Titel und der Sommerrally
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Börse
vom 5. Juli 2010, 14:30 Uhr
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hätten Sie an so etwas geglaubt? Also ich bin auch jetzt noch sprachlos, in welche Art und Weise unsere Nationalmannschaft am Samstag die Diego-Argentinos vom Platz geballert hat. Die Sportpresse rund um den Globus ist voll des Lobes für das Team um Trainer Joachim Löw. Von einem "sympathischen Haufen Weltklasse" ist hier ebenso die Rede, wie von der "kunstvollen Fußballwalze" oder der "WM-Traumfabrik".
Die WM und das Sommerwetter lassen uns Deutsche ein neues Sommermärchen erleben. Und die Weltmeisterschaft ist zum Glück für uns alle ebenso wenig vorüber, wie das Sommerwetter. Es soll zwar heute und morgen meteorologisch nicht ganz so "heiß hergehen" wie am zurückliegenden Traum-WM-Wochenende. Doch bereits zum Halbfinale am Mittwoch soll das Thermometer die 30-Grad-Marke wieder knacken - beste Vorrausetzungen also.
Nationalmannschaft im Taumel - Märkte im Zwiespalt
Ob der DAX sich in dieser Woche zu neuen Höhen aufschwingen kann, ist zu Wochenbeginn noch fraglich. Nach einer sehr schwachen zurückliegenden Börsenwoche, ist der deutsche Leitindex heute mit einem leichten Plus von 0,3 Prozent in den Handel gestartet. Doch die MArktteilnehmer könnten sich auch in dieser Woche in einem Zwiespalt zwischen Hoffen und Bangen auf dem Börsenparkett bewegen. Die wachsende Unsicherheit über eine Fortsetzung der wirtschaftlichen Erholung dürfte den DAX also auch in der kommenden Woche in Atem halten. Denn nach Einschätzung von Analysten mehren sich bereits wieder die Anzeichen für ein schwächelndes Weltwirtschaftswachstum.
Grund: In den USA machten zuletzt wieder schwache Wirtschaftsdaten die Runde. Aus der Industrie wurden sinkende Auftragseingänge vermeldet, der Immobilienmarkt droht nach dem Auslaufen der Steuergutschrift wieder einzuknicken und auch am Arbeitsmarkt sind keine echten Besserungstendenzen zu erkennen. Die Arbeitslosenquote in den USA ging zwar im Juni leicht von 9,7 auf 9,5 Prozent zurück, doch das sei laut Expertenaussagen eher auf statistische Effekte als auf ansteigende Arbeitsplätze zurückzuführen.
Experten und ihre mathematischen Formeln
Wie aber geht es nun weiter - mit dem Aktienmarkt, der Weltwirtschaft und unserer Nationalmannschaft? Eine schwierige Frage - auch für Experten. Selbst einige Börsenanalysten beschäftigen sich laut eines sehr aufschlussreichen Berichts von "Der Aktionär" aktuell lieber mit Fußball-Analysen als mit Ausblicken für unsere Aktienmärkte. Die Analysten von J.P. Morgan Chase sollen demnach ihr Analyseprogramm "Quants" im Vorfeld der WM für Spielanalysen "missbraucht" haben. Sie wandten ihre mathematischen Formeln auf Fußball an. Das Ergebnis sei zwar insgesamt nicht schlecht gewesen. Doch man habe zweimal entscheiden daneben gelegen.
England sollte laut "Quants" nämlich Weltmeister werden. Die haben wir ja schon im Achtelfinale heimgeschickt und unserer Nationalmannschaft sagte man ein Ausscheiden im Achtelfinale gegen Slowenien voraus. Nix da, so viel zum Verlass auf Analysen. Doch auch daraus ergibt sich wieder etwas Positives. Denn es zeigt uns, dass auch eine Sommerrally für uns noch nicht zu den Akten gelegt werden sollte, selbst wenn viele Börsenexperten uns dies derzeit raten. Es ist eben nicht alles nur durch mathematische Formeln bestimmbar, weder im Fußball noch an der Börse.
Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Start in die finale WM-Woche.
Ihre
Cindy Bach
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