Warum Spekulanten und Day Trader gut für die Börse sind

Von Dr. Mark Skousen in Investor Gurus
vom


Von Dr. Mark Skousen

Es gibt ja immer wieder ziemlich kontroverse Themen rund um das Thema Geld und Geldanlage.

Vor einiger Zeit empfahl ich beispielsweise den Vice Fund, der in Tabak, Bier und Casinoaktien investiert.


Dann das Thema mit den Reichen. Ich bin der Meinung, dass sie schon genug Steuern bezahlen und dass sie obendrein sparsamer und disziplinierter sind, als die breite Masse.

Heute geht es mir um eine etwas weniger konventionelle Gruppe der Anleger: Zum Beispiel die Leerverkäufer, die rein charttechnisch orientierten Anleger, die Day Trading machen, ohne irgendwie auf die Fundamentaldaten einer Aktie zu achten usw ... Kurz gesagt, mir geht es heute um die Spekulanten, die für Umsätze an der Börse und Liquidität sorgen, damit der Markt nicht tagaus tagein nur so vor sich hin dümpelt.

Woher dieses Interesse?

Letzte Woche war ich in Utah beim Skifahren. Bei meinem Aufenthalt las ich das Buch "The Battle for the Soul of Capitalism" von John C. Bogle, dem berühmten Gründer der Vanguard Funds.

50 % Steuer für Spekulanten

In diesem Buch kritisiert er das gesamte Finanzsystem in Amerika: Die Aktienbroker, die Analysten, die Händler auf dem Parkett, die Fondsgesellschaften, die Regierung und natürlich auch diese bösen Spekulanten, die nur ganz kurzfristig einsteigen und "den Investoren Milliarden stehlen".

Verstehen Sie mich nicht falsch. Bogle hat mit seinen Vanguard Funds vor allem für die kleinen Anleger einiges geleistet. Das ist nämlich der Fonds in den Staaten mit den niedrigsten Kosten. Ben Franklin wäre stolz auf seine Sparsamkeit. Exchange Traded Funds ETFs und iShares, also Indexzertifikate, sind zweifellos eine Folge der Fonds von Bogle: Eine gute, neue und billig Art und Weise, in verschiedene Märkte zu investieren.

Wie dem auch sei – Geschäftsleute sind dafür bekannt, dass sie oft ignorieren, was gute Politik ausmacht. Um diese angeblichen "Spekulativen Exzesse" aus dem Finanzsystem zu tilgen, drängt Bogle den Kongress, eine Steuer von 50 % auf kurzfristige Kapitalgewinne von allen Privatleuten und institutionellen Anlegern einzuführen.

Mit kurzfristig meint er wahrscheinlich jeden Kauf und Verkauf innerhalb von einem Jahr. Er bringt sogar den Vorschlag von Warren Buffett aus dem Jahr 1986, als dieser eine Steuer von 100 % auf kurzfristige Gewinne vorschlug.

Bogle beunruhigt die "exzessive Spekulation" an der Wall Street und bemerkt, dass sich das Handelsvolumen bei Aktien seit 1986 vervielfacht hat. Aber das ist nicht unbedingt ein Problem ...

Warum hohe Umsätze gut für den Markt sind

Höhere Handelsumsätze an der Börse bringen den Investoren zweierlei Nutzen:

1) Die Geld- Briefspanne sinkt. Heute ist der Spread bei den meisten Aktien so niedrig, dass er von den meisten Börsenmedien gar nicht mehr extra ausgewiesen wird. Früher war der große Spread ein wirkliches Problem vor allem bei den Aktien an der Nasdaq. Heute sind nur noch OTC Aktien problematisch.

2) Wegen des höheren Handelsvolumens konnten die Broker ihre Gebühren deutlich senken. Die Broker verdienen über die größeren Umsätzen und können so niedrigere Gebühren verkraften.

Ich möchte sogar so weit gehen und sagen, dass die kurzfristigen Spekulanten erst für die nötige Liquidität sorgen, die langfristige Investoren brauchen um überhaupt kaufen und verkaufen zu können, ohne die Kurse durch ihre Orders zu beeinflussen.

Meiner Meinung nach ist das kurzfristige Trading in großem Maße für die verbesserte Effizienz am Aktien- und Rentenmarkt seit den 70er Jahren verantwortlich. Anstatt zu klagen, sollten wir die wichtige Rolle der Day Trader an der Wall Street feiern.

Frohe Weihnachten allen Day Tradern!!!


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