Warum so nervös?!
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 9. Dezember 2009, 20:00 Uhr
ENL5462
Manchmal gibt es Tage an denen einfach alles zusammenkommt! Das kennen Sie sicher auch - ist wohl jedem schon passiert! Da steht man schon mit dem falschen Fuß auf und der Rest vom Tag wird auch nicht besser...
Aber, lassen Sie sich dadurch jedes Mal den Tag so richtig vermiesen? Verfallen Sie in Depressionen und fühlen sich vom Schicksal verfolgt? Hoffentlich nicht, denn ansonsten sind Sie vermutlich manisch-depressiv (oder bipolar) - wie der Markt, der in meinen Augen ein Paradebeispiel für dieses Krankheitsbild ist. Aber, nun gut - ich wollte eigentlich nicht schon wieder, wie im letzten Jahr, damit anfangen.
Tatsache ist, die Märkte sind überwiegend nervös (oder die Marktteilnehmer...macht das einen Unterschied?!), die Oberflächen-Stimmung (heißt, dass sich ja nicht alle gleich fühlen) eher gedrückt, die Märkte lecken sich ein paar Wündchen und hadern mit dem Schicksal, dass es gewagt hat, ihnen gleich eine ganze Latte an Negativmeldungen zu präsentieren.
Zunächst war da der Dubai-Schock, der eigentlich schon als überstanden galt, bis erneut Sorgen-Wolken am Wüstenhimmel auftauchten. Berichten zufolge hat die Dubai World - Tochter Nakheel offenbar im 1. Geschäftshalbjahr einen massiven Verlust eingefahren. Moodys senkt (wie immer erst danach) zeitnah die Kreditwürdigkeit einer ganzen Reihe von staatlich kontrollierten Dubaier Unternehmen. Ausländische Assets werden wohl abgestoßen werden müssen und die Erwartungen steigen, dass noch mehr Unternehmen des Emirats in Zahlungsschwierigkeiten geraten könnten. Erneut geht die Angst vor einer neuen Kreditkrise um. Na gut, mal abwarten!!
Doch das ist noch lange nicht alles! Mitten in diese bereits hochnervöse Situation platzt nun auch noch Griechenland, oder besser gesagt, die Rating-Agentur Fitch, welche die Kreditwürdigkeit des Landes herabgestuft hat. Kurz zuvor enttäuscht auch noch Eurozonen-Zugpferd Deutschland mit einem überraschenden Rückgang der Industrieproduktion und erneut kehren die gleichen Ängste, wie zu Jahresanfang zurück. Schon erinnert man sich wieder der alten Euro-Problemländer wie (neben Griechenland) Irland, Italien oder Portugal und vielleicht erinnert sich der eine oder andere auch wieder an die damaligen Diskussionen in Bezug auf ein mögliches Auseinanderbrechen der europäischen Einheitswährung.
Rating-Agenturen oder warum man sie vielleicht lieber schließen sollte
Ich weiß, das klingt jetzt wieder sehr ketzerisch, aber ich musste diesen Satz einfach mal loswerden.
Die Rating-Agenturen.....überhaupt die Rating-Agenturen!
Weil sie mit Griechenland gerade so schön in Fahrt waren und sich gefreut hatten, dass man ihnen doch noch zuhört, haben sie passenderweise einfach gleich weiter gemacht und auch noch Spanien einen auf den Deckel gegeben. Diesmal war es Standard & Poor's die den Ausblick für die Kreditwürdigkeitsentwicklung des Landes auf negativ gesenkt hatten.
OK, jetzt mal ganz unter uns....sind die von vorgestern? Es ist ja wohl kein Geheimnis, dass EU-Zone so ihre Problemchen-Länder hat. Sowohl die Probleme Griechenlands, als auch Spaniens, oder im Übrigen Irlands, Portugals, Italiens (und noch einer ganzen Reihe anderer Staaten rund um den Globus) bestehen nicht erst seit gestern, nur weil sich eine Rating-Agentur dazu entschlossen hat ein paar Buchstaben auszutauschen. Für mich jedenfalls kein Grund in Angststarre zu verfallen - das hab' ich schon hinter mir und trotzdem hab' ich danach keine Wunder erwartet.
Aber dann der Knaller - diese putzige Drohung von Moody's die USA und UK könnten ihr Aaa Rating verlieren. Hmmm....wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich so etwas sagen wie: Hunde die beißen könnten, müssten nicht bellen. Aber das will ich ja gar nicht sagen, vielmehr habe ich eine andere Frage. Doch vielleicht sollte ich sie erst später stellen, falls Moody's sich wirklich trauen sollte die Drohung in die Tat umzusetzen. Ach was soll's! Ich stelle sie jetzt schon: Warum erst jetzt?
Ist ja gut, ich hör schon auf damit! Jedenfalls klatschte den Märkten der ganze Eintopf ins Gesicht, belastete Aktien- und Rohstoffmärkte (vielleicht finden fundamentale Überlegungen nun auch wieder gezielter in den Markt) und liebkoste stattdessen den US-Dollar.
Wie man sich denken konnte, ein Grund für ein hämisches Grinsen auf den Gesichtern der Gold-Bären. Überlegen wir doch gemeinsam im 2.Teil ob die sich nicht doch zu früh freuen....
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