Warum sind die Schulden der USA so hoch?
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 30. Juni 2009, 20:00 Uhr
ENL5454
Jahr um Jahr wurde das Haushaltsdefizit der USA akkumuliert. Jahr um Jahr gaben die USA Geld aus - Staatsausgaben, Kriege, vielleicht mal eine Steuererleichterung usw. - das alles kostet Geld.
Die Frage ist eher wer den USA dieses Geld gab und warum überhaupt?!
Im Normalfall gibt es da eine nette Sache die eigentlich verhindern sollte, dass Staaten ihre Schulden zu stark ausweiten. Diese nette Sache heißt: Renditen.
Wenn ein Staat immer mehr Schulden macht, dann steigt im Normalfall, das Risiko, dass dieser Staat seine Schulden nicht mehr zurückzahlen wird können. Im Normalfall erfordern neue Gläubiger dann einen steigenden Anreiz um diesem Staat überhaupt noch Geld zu leihen. Dieser Anreiz bedeutet nichts anderes als steigende Renditen auf Staatsanleihen.
Doch die USA konnten in der Vergangenheit von zwei besonderen Faktoren profitieren:
- Die Sozialsicherungsfonds
Diese bereits erwähnten Fonds sollten das Geld der Baby Boomer eigentlich sicher anlegen, damit es vorhanden ist, wenn die Baby Boomer es beim Eintritt ins Rentenalter brauchen. Klar, Staatsanleihen eines Landes mit AAA-Rating sehen ja eigentlich immer nach einer sicheren Anlage aus. Fakt ist aber, dass diese Fonds im Grunde genommen nichts anderes getan haben, als den US-Regierungen dabei behilflich zu sein, ihr Deficit Spending zu finanzieren.
- Die Ausländer
Ja, gerade und auch die Ausländer (China und Japan sind die größten ausländischen Gläubiger der USA) sind mit Schuld (wenn man es so ausdrücken will). Über Jahre hinweg haben sie ihre Überschüsse in US-Treasuries geworfen, somit zu niedrigen Renditen beigetragen und es ihrem Ami-Absatzmarkt ermöglicht weiterhin fröhlich auf Pump ihre Exportgüter einzukaufen. Der alte Circulus Vitiosus eben!
So long liebe Leser...seufz, der alte Teufelskreis - aus dem es schwer ist auszubrechen...obwohl die Chinesen ja mittlerweile lieber gestern als heute aus diesem Kreis ausbrechen würden...man wird sehen...morgen geht's jedenfalls weiter mit Staatsschulden in UK und Deutschland und Überlegungen dahingehend, wohin die Schuldenberge führen (speziell auch in den USA)...bis morgen
Ihre Miriam Kraus