Warum Sie 2011 möglichst wenig Euros halten sollten
Karim Rahemtulla (US-Korrespondent) in Investoren Wissen
vom 28. Dezember 2010, 16:00 Uhr
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Man kann mit Sicherheit sagen, dass der Kummer Europas und des Euros 2010 einer wilden Achterbahnfahrt ähnelten.
Außer dass natürlich der Adrenalinkick fehlte.
Im letzten Februar erwähnte ich an dieser Stelle die Probleme der PIIGS (Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien) und die bevorstehende europäische Krise, welche folgen würde. Die Geschichte ist bisher exakt nach Skript verlaufen... außer einem Aspekt.
Der Euro.
Es ist offensichtlich, dass Europas Defizitprobleme die Einheitswährung getroffen haben. Aber es ist doch sehr überraschend, dass die Probleme den Euro nicht so sehr verprügelt haben wie erwartet. In anderen Worten sollte der Euro eigentlich viel tiefer stehen.
Man muss berücksichtigen, dass Europa die Bailouts von Griechenland und Irland und zusätzlich der vorherige Stimulus und die Bailoutpakete beinahe eine Billionen Euros kosten. Und obwohl dafür so viele Euros gedruckt werden müssen, ist es doch sehr überraschend, dass der Euro nur um rund 15% gefallen ist. Außerdem ereignete sich der größte Teil dieses Rückgangs während des ersten Quartals 2010, obwohl in den danach folgenden Monaten die Druckerpresse noch schneller lief.
Wie ist das möglich? Und was steht dem Euro im Jahr 2011 als nächstes bevor?
Dank Uncle Sam
Die einzige logische Erklärung für die „Euro-Stärke" liegt wohl beim US-Dollar.
Wenn das eine in sich isolierte Eurokrise wäre, wäre die Währung ohne Zweifel abgestürzt. Aber da dies eine Währungskrise in einer global vernetzten Wirtschaft ist, fällt der Euro langsamer als erwartet, da die Verantwortlichen in den USA im Gegenzug auch die dortigen Notenpressen bedient haben.
Jedoch könnte sich dieser Trend 2011 nicht fortsetzen und der Eurosturz auf neue Tiefststände sich fortsetzen.
Die zwei Sorgenkinder der Eurozone 2011
Wenn Sie nur ein Wort hätten, um das wirtschaftliche Klima der letzten Jahre zu beschreiben, dann würde das Wort „Bailout“ wahrscheinlich mit ganz oben stehen.
Neben den Banken, den Autobauern, Griechenland und Irland werden wir wahrscheinlich nächstes Jahr zwei weitere Bailouts sehen - Spanien und Portugal. Warum?
Ganz einfach. Beide Länder leiden unter:
- Einem schwachen Geschäftsklima
- Hoher Arbeitslosigkeit
- Einem gescheiterten Immobiliensektor
Gerade erst vor zwei Wochen hat Standard & Poor das Schuldenrating Spaniens herabgesetzt, was zu einem Schüttelfrost der sowieso schon nervösen spanischen Zentralbank führte.
Aufgrund der Tatsache, dass die meisten Beobachter davon ausgehen, dass Spanien und Portugal die nächsten auf der Bailoutliste sind, sollte sich die weitere Euro-Abwärtsbewegung etwas verlangsamen.
Was diese Leute jedoch nicht kennen, ist die Größe des bevorstehenden Bailouts. Diese wird über das Schicksal des Euros in den nächsten Wochen entscheiden.
Das fünfte Mitglied der PIIGS, welches ich bisher noch nicht erwähnt habe, Italien, wird aller Voraussicht nach keinen Bailout benötigen, da in diesem Land keine Immobilienblase wie in Spanien oder Portugal existiert.
Die Eurozone: Ganz allein an der Druckerpresse
(Teil 2 folgt morgen bei Investoren Wissen)
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Anneliese Leopold (29.12. 2010 17:20 Uhr):
Warum wird das Schuldenrating der USA eigentlich nicht runtergesetzt? Immer wird nur auf Europa rumgehackt. Die USA kann ihre Schulden auch nicht mehr bezahlen und die Arbeitslosenquote ist viel höher, als offiziell angegeben. Ich glaube, seit der Bankenkrise sitzen wir alle im gleichen Boot. Ich möchte auch nicht auf vielen Dollars sitzen im Neuen Jahr!!
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