Warum relative Stärkeindikatoren im Bärenmarkt nicht ungefährlich ist
Jürgen Nowacki in Investoren Wissen
vom 10. November 2011, 16:00 Uhr
ENL5454
Die Messung der relativen Stärke bietet institutionellen Investoren Anhaltspunkte, wann sie in volatilitätsarme Sektoren investieren sollten. Oder, wie ich an dieser Stelle des Öfteren beschrieben habe, investives Kapital fließt entsprechend der Markterwartung zwischen den konjunkturunabhängigen, und damit etwas sicheren Sektoren wie Pharma- oder Versorgungsindustrie, und den zyklischen Werten, wie Rohstoffen, Chemie und Luxusgütern, hin und her. All diejenigen, die in den letzten Tagen in die zyklischen Sektoren wechselten, um mit relativ starken Aktien eine Outperformance gegenüber der Benchmark DAX oder STOXX zu erreichen, wurden auf dem falschen Fuß erwischt und müssen jetzt wieder zurück in die etwas sicheren Aktien. Damit Sie mich bitte nicht falsch verstehen, auch diese Aktien werden fallen, aber nicht so stark. Fonds, die zu mindestens 50 Prozent in Aktien investiert sein müssen, werden entsprechende Umschichtungen vornehmen, das heißt, die Abwärtstrends der zyklischen Aktien werden sich verstärken. Dass sich daraus für antizyklische Investoren sehr gute Tradingchancen ergeben können, steht auf einem anderen Blatt und setzt voraus, dass man ein gutes Gespür dafür entwickelt, wie das Timing angelegt werden sollte. Der Volaindex steht Ihnen nebenbei gesagt auch für den DAX (VDAX-neu) zur Verfügung, aber da Amerika uns einige Stunden Vorlauf bietet, ist es in der Regel besser, den US-Markt zu verfolgen.
Fazit: Die Volatilität wird wieder stärker und hat jetzt, wo das Kaufsignal an einer sehr tiefen Stelle im MACD-Chart entstanden ist, gute Chancen, die Hochs bei 47,5 zu überlaufen. Für private Aktienbesitzer heißt es jetzt unbedingt Stopps für Bestände setzen und mit einem dicken Cashpolster warten, bis der Finanz-Tsunami vorbei ist. Ach noch etwas: Rechnen Sie bitte auch damit, dass sich Gold nicht halten kann. Hier wird vermutlich auch Kasse gemacht werden, um Verlustlöcher zu stopfen, aber aufgepasst: Geben Sie kein physisches Edelmetall aus der Hand. Sollten Ihre Derivatepositionen in Gold wegen der Gewinne zu groß geworden sein, so wie es im Musterdepot des Target Traders passiert ist, kann es nicht schaden, etwas Ballast abzuwerfen und später wieder neu einzusteigen.
Viel Erfolg am Markt, Ihr
Jürgen Nowacki
Coach Trading & Sales
Zum ersten Teil von: Die Vola steigt, der Aktienwinter ist zurück