Warum Prognosen für den Ölpreis derzeit nur schwer möglich sind
Sven Weisenhaus in Wave Daily zum Thema Rohöl als Geldanlage
vom 9. Januar 2012, 13:00 Uhr
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Alleine der wirtschaftliche Aufschwung in den Vereinigten Staaten - weltweit größter Ölkonsument - bietet Grund für Prognosen, die einen Anstieg des Ölpreises im Jahr 2012 erwarten lassen. Daneben könnte auch der Konflikt der westlichen Industrienationen mit dem OPEC-Mitglied Iran zunehmend an Einfluss gewinnen. Schon im vergangenen Jahr war eine politische Aufruhr, in dem Fall in Nordafrika, für das hohe Preisniveau im Öl verantwortlich.
Den Ölpreis belastende Faktoren
Faktoren, die sich gegenwärtig noch negativ auf die Ölpreise auswirken, sind vor allem die noch anhaltenden Folgen der europäischen Schuldenkrise. Auch der noch milde Winter dürfte sich belastend auf den Ölpreis auswirken.
Opec erhöht erstmals seit drei Jahren die Förderquoten
Trotz der weltweiten Konjunkturabkühlung hat die Organisation Erdöl produzierender Länder (Opec) Mitte Dezember zum ersten Mal seit drei Jahren ihre Förderquoten erhöht. Da wäre ebenfalls ein fallender Ölpreis nachvollziehbar. Schließlich bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis. Und wenn die Nachfrage nach Rohstoffen wegen der Wirtschaftsschwäche nachlässt und zugleich das Angebot aufgrund von höheren Förderquoten zunimmt, dann muss im Ergebnis der Preis sinken.
Höchstgrenze wurde zuvor schon nicht eingehalten
Allerdings ist es so, dass die tatsächlichen Förderquoten sowieso schon längst über der offiziellen Höchstgrenze lagen. Allein durch die Erhöhung der offiziellen Höchstgrenze wird sich das Angebot nicht zwingend tatsächlich verändern.
Prognosen sind derzeit nur schwer möglich
Sie sehen, dass es derzeit sowohl Gründe für einen fallenden als auch steigenden Ölpreis gibt. Doch die weitere Entwicklung der Schuldenkrise und die des Konfliktes mit dem Iran sind genauso ungewiss, wie die Entwicklung des Wetters und des weiteren Winterverlaufs. Prognosen sind daher derzeit nur schwer möglich. Es bleibt einem also nichts anderes übrig, als die fundamentalen Rahmenbedingungen weiter im Auge zu behalten. Zusätzlich kann man sich an charttechnischen Marken orientieren. Und genau diese werde ich morgen für Sie analysieren.
Bis dahin wünsche ich Ihnen gute Gewinne
Sven Weisenhaus