Warum man Chinas schwächeres Wachstum feiert
Miriam Kraus in Rohstoff Daily
vom 17. Januar 2012, 20:45 Uhr
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Es ist das Schmieröl der menschlichen Zivilisation: Hoffnung! Ohne Hoffnung, keine Pläne, keine Taten, kein Weiterkommen - so einfach ist das. Und weil die Hoffnung wieder da ist, lässt den Markt auch die Abstufung des EFSF-Rating durch S&P ziemlich kalt. Der konnte sich heute zu Niedrigzinsen mal wieder ein bisschen kurzfristiges Geld besorgen, wobei die Papiere 3-fach überzeichnet waren. Dank gebührt eigentlich den Notenbanken, die erst den Rahmen für die neue Freude bereitet haben. Hinzu kommt heute aber auch noch ein Anstieg des ZEW-Konjunkturindex und China.
China bereitet nämlich große Freude, weil die Wachstums-Dampflokomotive im 4.Quartal "nur" noch um 8,9% gewachsen ist. Woraus sich für das Gesamtjahr 2011 ein Wachstum von 9,2%!! ergibt. Was für jede europäische Volkswirtschaft eine Traumrate ist, bedeutet für China ein etwas schwächeres Wachstum als 2010, wo das BIP noch um 10,4% wuchs.
Freude ergibt sich nun aus 2 Gründen: zum einen ist Chinas Wirtschaft mit 8,9% im 4.Quartal stärker gewachsen als von den Pessimisten erwartet und zweitens, lässt so ein schwächeres Wachstum darauf hoffen, dass China nun mit seinen Konjunktur-Stimulierungsmaßnahmen weiter fortfährt. Diese Hoffnung dürfte nicht enttäuscht werden, denn China hat bereits damit angefangen das Kreditwachstum zu unterstützen und weitere Konjunkturmaßnahmen zu planen.
China dürfte uns damit also, wie erwartet, auch in diesem Jahr als die weltweite Nachfrage und Weltwirtschaft unterstützender Riese erhalten bleiben.
Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 09.01.-17.01-2012
Energie
Die Rohölpreise blieben in der vergangenen Woche (und auch zu Wochenbeginn) zwischen unterstützenden und belastenden Faktoren gefangen.
Unterstützend wirkt nach wie vor der Iran-Konflikt mit dem möglichen Ölembargo, ebenso China mit seinen robusten Importdaten und der Erwartung weiterer Stimuli, welche auch die Ölnachfrage unterstützen werden.
Belastend wirkte dagegen die aktuelle Nachfrageprognose der EIA, die für dieses Jahr das weltweite Nachfragewachstum von zunächst 1,39 Millionen Barrel auf 1,27 Millionen Barrel nach unten korrigiert hat. Allerdings erwartet die EIA auch für 2013 ein neues Rekordniveau im Nachfragewachstum von 1,47 Millionen Barrel - wobei der Großteil des Nachfragewachstums in diesem und im kommenden Jahr von den Emerging Markets getragen werden dürfte.
Ebenso belastetet der Anstieg der US-Rohöllagerbestände um 5 Millionen Barrel in der vergangenen Woche die Preise.
Der S&P-Rundumschlag dagegen konnte, wie bei den Aktienmärkten, nur kurzfristig Eindruck hinterlassen und seit Wochenbeginn geht es auch schon wieder aufwärts.
WTI zur Lieferung im Februar notiert aktuell bei 100,49 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.
Brent Crude zur Lieferung im März notiert aktuell bei 111,06 US-Dollar pro Barrel an der ICE.
Ausblick
Der saudische Ölminister Ali al-Naimi hat es schon deutlich gemacht: ein Ölpreis von 100 USD pro Barrel wäre wünschenswert. Auf diesem Niveau sollten die Ölpreise also generell eine gute Unterstützung finden.
Edelmetalle
Die Goldpreise dagegen konnten in der letzten Woche weiter fröhlich zulegen und setzen diese Bewegung auch zu Beginn dieser Woche fort.
Kunststück: wenn 2012 das Jahr der Notenbanken wird, gibt es nichts besseres, als sich mit Gold (und in zweiter Reihe anderen Edelmetallen) gegenüber den Papiergeldwährungen abzusichern. Der Sichere Hafen kehrt somit zurück.
Hinzu kommt aber auch eine zu erwartende deutlich anziehende indische Schmucknachfrage, die vom Rückgang des Goldpreises im letzten Jahr profitieren dürfte.
Gold in USD notiert aktuell bei 1.653,98 US-Dollar pro Feinunze.
Gold EUR notiert aktuell bei 1.297,99 Euro pro Feinunze.
Ausblick
Die Goldpreise, zurück in ihrem Status als Safe Haven, dürften weiterhin profitieren.
Zum zweiten Teil von: China unterstützt Kupfer