Warum Investoren sich manchamal über einen Ausverkauf freuen
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 30. September 2008, 17:00 Uhr
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Liebe Leserin, lieber Leser,
Sie haben heute mit Sicherheit bereits genügend Neuigkeiten und Kommentare über die gestrigen Vorgänge in Deutschland, Europa und den USA gelesen, sodass ich Sie hier nicht mit einer weiteren Zusammenfassung oder Kommentierung dieser Ereignisse langweilen will. Wie auch immer das Spiel der großen Finanzjongleure ausgeht - es wird sich vieles ändern, bis alle Probleme gelöst sind.
Treffen Sie keine Entscheidungen in Panik!
Eines jedoch bleibt immer gleich: Das sind wir Menschen, mit unseren Ängsten, die in solchen Momenten leicht über den Verstand Dominanz gewinnen. Dann werden in der Panik Aktien verkauft, als ob es kein Morgen mehr geben würde, obwohl wir gestern noch von deren Zukunft überzeugt waren. Dabei folgen einem solchen Ausverkauf fast immer ein bis zwei stärkere Tage nach, an denen wir besser verkaufen können, sollte es tatsächlich nötig sein. Der Vorteil: Sie können sich in Ruhe Gedanken machen über Ihre Strategie.
Was Investoren und Trader entscheidet
Das ist der große Unterschied zwischen Tradern und Investoren: Erstere unterliegen dem Tagesgeschäft und müssen sich daher dem Markt anpassen. Schnelle Entscheidungen und Reaktionen sind hier unabdingbar. Investoren aber haben eine Strategie, die über das Tagesgeschäft hinausgeht. Sie sehen das große Ganze eines Depots, möglichst über mehrere Jahre. Dazu gehören aber manchmal völlig andere Vorgehensweisen, als sie ein kurzfristiger Trader benötigt, um im Haifischbecken der Börse überstehen zu können. So ist z.B. für den Investor eine gezielte Steuerung des Bargeldanteils über größere Zeiträume oder der Positionsgrößen wichtiger als exakte Stopp-Limits.