Warum ich für Thailand langfristig nicht bullisch bin
Daniel Wilhelmi in Profit Radar
vom 08. Mai 2008 19:00 Uhr
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Ich habe einige Anfragen erhalten, warum ich Thailand langfristig nicht so bullisch sehe wie viele andere Analysten. Kein Problem, dann gehe ich darauf heute ein. Das hat für mich vor allem 2 Gründe: Demographie/Tourismus und Rohstoffe. Fangen wir mit dem 1. Punkt an.
Thailand hat zwar eine Bevölkerung von 65,1 Mio. Menschen – und verfügt damit über ein exzellentes mittelfristiges Binnenmarkt-Potential. Aber: Mit einem Durchschnittsalter von 32,4 Jahren ist das Land deutlich älter als andere asiatische Staaten wie Indien, Indonesien oder Vietnam.
Natürlich besitzt Thailand mit dem boomenden Tourismus sozusagen ein 2. Standbein im Binnenmarkt. Aber: Ich stehe dem Tourismus in den kommenden Jahrzehnten nicht so bullisch gegenüber wie einige Kollegen. Die steigenden Rohstoffpreise, insbesondere bei Agrar und Öl, sorgen auf der einen Seite dafür, dass die reisewilligen Menschen aus den westlichen Staaten weniger Geld in der Brieftasche haben.
Zum Anderen steigen die Reisekosten, da Flugtickets auch in Zukunft teuerer werden. Schauen Sie sich nur die Preisentwicklung der deutschen Billigflieger an. Seien wir doch mal ehrlich: Da sind nicht mehr vieles Angebote wirklich billig, wenn Germanwings, TUIfly und Co. auf die optisch günstigen Basispreise erst mal die Kerosinaufschläge draufrechnen.
Da werden sich Touristen 2 Mal überlegen, wie häufig und wie viel sie in Urlaub fahren. Ich glaube, dass wir auch im Tourismus, ähnlich wie im verarbeitenden Gewerbe, eine Spirale zu Ländern erleben werden, die aufgrund niedriger Lebensstandards günstiger sind als die bisherigen Ferien-Favoriten.