Warum ich Basiswerte wie Chrom höchst interessant finde
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Rohstoffe
vom 25. Januar 2012, 12:00 Uhr
ENL5454
*** Hatte ich Ihnen das eigentlich schon gesagt?
Die verlässliche "Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe" hat Zahlen für 2011 mitgeteilt. Und denen zufolge sind die Rohstoff-Importe Deutschlands bei den von mir favorisierten strategischen Metallen regelrecht explodiert: Knapp 67% Plus!
Sie sehen, bei den strategischen Metallen ist noch nicht einmal starkes allgemeines Wirtschaftswachstum notwendig. Es reicht aus, dass diese Rohstoffe als Input in stark wachsenden Nischenbereichen verwendet werden. Stichwort Zukunftstechnologien. Elektroautos, Offshore-Windparks, Laser, Superlegierungen, Dünnschicht-Photovoltaik, Navigationsgeräte....
Eigene Vorkommen hat Deutschland kaum. Bekannte Vorkommen, bei denen die Produktion zu teuer war, werden nun neu geöffnet bzw. erst exploriert. Das ist z.B. im sächsischen Erzgebirge recht interessant und lohnt sich wohl bei den gestiegenen Preisen auch.
Was mir noch sympathischer ist: "Urban Mining". Verstärktes Recycling von Schrott und Elektromüll. Ist ja ein Unding, dass der teilweise noch nach Westafrika "exportiert" wird und dort kleine Kinder Elektromüll verbrennen, um an einzelne Bestandteile zu gelangen, und dabei mit giftigen Dämpfen malträtiert werden.
Dann doch lieber professionelles Recycling vor Ort. Schafft ehrliche Arbeitsplätze und verringert so ganz nebenbei auch noch die Abhängigkeit Deutschlands von den notwendigen Importen strategischer Metalle.
*** Und selbstverständlich ist diese Versorgungssicherheit auch nicht! Wichtige Exporteure könnten die Metalle verstärkt selber benötigen und deshalb den Export zurückfahren. Im Fall der "Seltenen Erden" ist das von China bekannt....doch davon lesen Sie kaum: Indien überlegt, seine Exporte von Chromit ganz einzustellen, da die eigene Chrom-Produktion stark boomt. Aus Südafrika gibt es auch solche Überlegungen.
Klarer Fall, dass Chrom für mich zu den Favoriten 2012 gehört, was mögliche Preissteigerungen betrifft.
Um das Thema Rohstoff-Importen Deutschlands abzurunden:
Insgesamt erreichten diese 2011 ein Volumen von 109 Mrd. Euro. Im Land produziert wurden Rohstoffe mit Marktwert von 17,7 Mrd. Euro (Kohle, auch Erdöl sowie Eisenerze).
Aufgrund der gestiegenen Menge an Importen musste die deutsche Industrie zwischen 15% und 30% mehr für Rohstoffe ausgeben.
Da fungieren Getreue und meine Wenigkeit doch gerne als eine Art "strategisches Lager", indem wir Körbe mit physischen Metallen kaufen. Und gerne bei höheren Preisen wieder verkaufen, zur Deckung der (realen!) Nachfrage.
Mit metallischem Gruß!
Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt / M.A.
Chefredakteur Trader´s Daily
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