Warum große Performance alleine relativ unwichtig ist...
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 14. Juli 2009, 16:00 Uhr
ENL5462
Liebe Leser,
kurz und knapp: Was wäre Ihnen lieber?
Drei Jahre hintereinander mit 7% Performance abzuschließen oder zwei Jahre lang jeweils 20% Performance zu haben und im dritten Jahr 20% zu verlieren?
Antworten Sie spontan.
Die meisten Anleger, mit denen ich spreche, wählen hier instinktiv die "20%-Variante". Warum? Große Zahlen haben einfach etwas schönes an sich. Sie wecken die Gier im Menschen und deaktivieren fast schon per Knopfdruck das Gehirn bzw. den logischen Verstand. Wenn man zwei mal 20% gewinnt, so kann der Verlust im dritten Jahr doch nicht so schlimm sein, oder nicht? Wer will schon langweilige 7%, wenn es doch "fette" 20% gibt (Gier ist geil, oder wie war das nochmal...)?
Rechnen wir doch einmal etwas nach:
1,07 x 1,07 x 1,07 = 1,2250 also 22,50% Gewinn über drei Jahre
1,20 x 1,20 x 0,8 = 1,152 also 15,20% Gewinn über drei Jahre
Wie Sie sehen, wäre die erste Variante weitaus besser. Aus diesem Ergebnis lassen sich u.a. zwei ganz wichtige Schlussfolgerungen zum Thema "Performance" ziehen:
- Verluste sind Gift. Minimieren Sie diese, wo immer Sie können, und lassen Sie keine Werte zu stark ins Minus laufen. So vermeiden Sie große Performance-Wunden. Kein wirklicher Profi lässt Verluste außer Kontrolle geraten. Dies ist ein klassischer Anfängerfehler.
- Prozentuale Performance ist nicht alles. Wenn Ihnen jemand erzählt, er habe ein Jahr mit 40% und das Jahr darauf mit 70% abgeschlossen, so mag das eindrucksvoll sein. Dennoch sollten Sie skeptisch bleiben und sich nicht von Prozentzahlen blenden lassen.
Fragen Sie stattdessen, wie diese Performance erzielt wurde, und beurteilen Sie die generelle Qualität bzw. der Vorgehensweise des Anlegers. Wie hoch war die Volatilität? Wurde stets das Risiko abgesichert? Gab es Momente, in denen der Anleger nur durch Glück einer möglicherweise riesigen Panne entging, weil er zu aggressiv und undiszipliniert "zockte"? Auf diese Weise erkennen Sie relativ schnell, ob es sich hier um einen echten Experten oder einen Glücksritter handelt (Gerade in Bullenmärkten sind alle Helden und "Experten").
Professionelle Anleger und Trader erkennen Sie daran, wie sie ihr Risiko konsequent und ausnahmslos diszipliniert managen und sich nicht von hemmungsloser Gier den Verstand verseuchen lassen.
Performance bzw. riesige Prozentzahlen alleine sind kein verlässliches Unterscheidungskriterium, wenn Sie beurteilen wollen, ob Sie es mit einem Glücksritter, Zocker oder wirklich routiniertem Profi zu tun haben. Egal, wie sich dieser Ihnen gegenüber verkaufen mag.
Beste Grüße
Alexander Hahn
ähnliche Beiträge:
- Heute anstehende Termine:
- “Trading Know How”: Kurs- und Performance-Indices
- Performance über alles?
- Warum die FED die Aktienmärkte nicht alleine lassen kann
- Das große Wirtschaftsexperiment (Teil 2 von 2)
- Was bedeutete kumulierte Performance?
- Performance-Panik führt zu risikoreichen Anlageentscheidungen
- Wichtig für Zertifikate-Trader
- Indiens Börse bisher eine große Enttäuschung
weitere Ausgaben von
Investoren Wissen
weitere Artikel dieser Ausgabe:
Donnerstag, 09. Februar 2012
Mittwoch, 08. Februar 2012
Dienstag, 07. Februar 2012
alle AusgabenCFD Profits
Mit CFD Profits erzielen Sie ab sofort Spitzenrenditen - unkompliziert und unabhängig von der Entwicklung des Gesamtmarkts
Klicken Sie hier für weitere Informationen zu CFD Profits
Artikel weiterempfehlen