Warum die Gewinne und Aktienkurse 2007 um über 30 Prozent zulegen könnten
Von Georg Pröbstl in Investoren Wissen zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 04. Mai 2006 16:00 Uhr
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Gute Zahlen und Optimismus in Hülle und Fülle: Im ersten Quartal erzielte die Deutsche Bank den höchsten Quartalsgewinn aller Zeiten, die Allianz macht in den 3 Monaten überraschenderweise 34 Prozent mehr Plus als im Vorjahr, BMW rechnet für 2006 mit dem besten Ergebnis seiner Konzerngeschichte, Heidelberger Druck steigert seinen Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr auf mehr als das Doppelte. Die Gewinne der deutschen Unternehmen sprudeln wie noch nie.
2007 können die Gewinne um 30 % und mehr zulegen
Und es dürfte noch mehr werden. Wenn alles gut läuft, gehe ich davon aus, dass die Gewinne deutscher Firmen schon 2007 noch einmal deutlich im zweistelligen Prozentbereich zulegen werden.
Man möchte es kaum glauben – Unterstützung bekommen die Firmenchefs diesmal von Seiten der Politik. Konkret: Der Fiskalpolitik. Finanzminister Peer Steinbrück hat nämlich jetzt seine Pläne für die Besteuerung von Unternehmen, und zwar von Kapitalgesellschaften, im Koalitionsausschuss vorgestellt.
Steuern für Kapitalgesellschaften sollen stark sinken
Der SPD-Mann will die geplante Unternehmenssteuerreform auf nächstes Jahr vorziehen und die Steuersätze für GmbHs und AGs kräftig senken. Ab dann sollen Kapitalgesellschaften nach seinem Willen nicht einmal mehr 30 Prozent Steuern an den Staat abführen. Derzeit sind es 39 Prozent. Die Körperschaftsteuer soll dabei von derzeit 25 auf rund 16 Prozent fallen.
Für Aktionäre wäre das ein phantastisches Geschenk. Denn mit dem niedrigeren Steuersatz dürfte bei gleichbleibendem Vorsteuergewinn der Unternehmen das Nettoergebnis, also der Jahresüberschuss, um etwa 25 bis 30 Prozent zulegen.
Und das sollte auf die Kurse der deutschen Aktien durchschlagen. Wie Sie wissen, sinkt bei einem höheren Gewinn das Kurs-Gewinn Verhältnis KGV.
Kann Steinbrück seine Pläne umsetzen, sollten sich die Bewertungen der deutschen Aktiengesellschaften ab 2007 schlagartig entsprechend um 25 bis 30 Prozent verbessern – wie gesagt: Gleichleibender Vorsteuergewinn vorausgesetzt.
Sinken die Steuern, dann steigen die Kurse
Es gibt 2 Szenarien: Entweder haben wir nächstes Jahr ein mieses Börsenjahr. Dann dürften die Kurse wegen der günstigeren KGV-Bewertung wenigstens nicht so steil nach unten fallen, wie ohne Steuersenkung.
Der zweite Fall ist sympathischer und meiner Einschätzung nach auch wahrscheinlicher: Mit dem um 30 Prozent gesunkenen KGV werden die Kurse deutlich zulegen: Warum sollten nicht 30 Prozent Plus am breiten Markt drin sein? International gesehen werden deutsche Aktien auf jeden Fall viel billiger und damit für ausländische Investoren noch attraktiver.
Und vergessen Sie nicht: Wenn der Gewinn um 30 Prozent klettert, dann werden die Dividenden aller Wahrscheinlichkeit nach im selben Umfang erhöht.
Und damit werden Aktien im Vergleich zu Festverzinslichen noch interessanter.
Bisher brachten Steinbrück's Steuerpläne noch keinen Schub bei den Kursen. Vielleicht verschwinden seine Unterlagen wieder in der Schublade und verstauben dort. Wird das Modell aber im Bundestag beschlossen, dann sollten deutsche Aktien abschießen.
Tipp:
1) Zu den Profiteuren einer Steuerreform zählen natürlich nur die Aktien von Firmen, die Gewinne schreiben.
2) Wenn Sie auf einen breiten Kursanstieg in Folge der Steuerreform setzen wollen, können Sie sich auch Indexzertifikate, beispielsweise auf den DAX, ins Depot legen.
3) Wegen steigender Dividenden zählen die jetzigen Dividendenrenner unter den Aktien wahrscheinlich zu den Hauptgewinnern.
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